Ludwigslust : Kahlschlag für neue Sichtachse

Die ursprünglich mehrreihige Baumanordnung am Bassin ist heute nur noch lückenhaft.
Die ursprünglich mehrreihige Baumanordnung am Bassin ist heute nur noch lückenhaft.

Stadtentwicklungs-Ausschuss unterstützt radikale Baumfällungen am Bassin, bevor dort 214 Bäume neu gepflanzt werden sollen

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26. März 2015, 07:00 Uhr

Der Bereich um das Bassin mitten in Ludwigslust liegt in der wichtigsten Sichtachse der Stadt mit dem Schloss über die Kaskaden, das Bassin, die Fläche der Mahn- und Gedenkstätte Wöbbelin bis hin zum Kirchenplatz mit der Stadtkirche. Nun soll das Areal sein Gesicht verändern. Wenn die Stadtvertretung zustimmt, werden alle dort noch stehenden Bäume abgenommen. Der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr hat jüngst darüber diskutiert und sich dafür ausgesprochen. Nun soll hier nicht etwa eine kahle Fläche entstehen. Vielmehr ist die komplette Neubestückung des Areals mit Bäumen vorgesehen. Geplant ist die Pflanzung von 214 Stück.

Für die Stadt eine Herausforderung. „So viele haben wir noch nie auf einmal gepflanzt“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Rades. Es hätte ja auch die Möglichkeit gegeben, die fehlenden Bäume durch Lückenpflanzung zu ersetzen. Das aber hätte nach Überzeugung des Ausschusses das Bild des Areals empfindlich gestört. Und so sprachen namentlich Melitta Roock (Die Linke), Uwe Langmaack (Alternative für Ludwigslust) und Jürgen Dörre (SPD) für die Mehrheit des Gremiums, als sie die komplette Neupflanzung unterstützten. Die Lindenreihen um das Bassin setzen sich aus einem historischen Bestand zusammen, der allerdings große Lücken aufweist. Ursprünglich sind sie einmal geschlossen gewesen, doch die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Nun soll nach historischem Vorbild wieder eine mehrreihige Baumreihe entstehen.

Letztlich war sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder auch einig, von Anfang an etwas größere Bäume zu pflanzen. Der Platz am Bassin bildet anerkanntermaßen das städtebauliche Zentrum in Ludwigslust. Größere Bäume prägen nicht nur das Aussehen des Gesamtareals, sie verdecken auch störende Elemente wie zum Beispiel den Blick auf die Bauruine des Prinzenpalais.

Die Stadt folgt mit dem Vorhaben der Umgestaltung des Geländes am Bassin ihrer Maxime, die Ludwigsluster Geschichte auch in der Stadtplanung zu bewahren. „Die barocke, geometrische Wegeführung aus Wasser gebundener Wegedecke ist heute nur noch schwer erkennbar und durch zahlreiche diagonale Trampelpfade geprägt“, beschreibt die Beschlussvorlage die Situation. Darum sollen zwischen dem Bassin als Abschluss des Schlossplatzes und der Stadtkirche die Wegeverbindungen erneuert und umgestaltet werden.

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