wöbbelin : Kaffeerunde anno 1900 bei der Post

Adolf Krüger schickte diese Postkarte an seine Tochter.
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Adolf Krüger schickte diese Postkarte an seine Tochter.

Wöbbelins Bürgermeisterin Viola Tonn erhielt historische Dokumente für Forschungsprojekt der Grundschüler

svz.de von
30. September 2017, 09:00 Uhr

Die Postkarte ist an „Fräulein Emilie Krüger“ adressiert, die zu diesem Zeitpunkt in der Postagentur Wöbbelin bei Franz Knuth wohnt. Datiert ist die Karte vom 21. August 1900. Das Repro des historischen Dokuments wird jetzt seinen Platz in der Wanderausstellung finden, an der Schülerinnen und Schüler der Grundschule Wöbbelin arbeiten.

Hintergrund: Das Forscherteam der Schule (sieben Mädchen und Jungen mit ihrer Lehrerin Margrit Siwik) trifft sich jeden Mittwoch im Museum und stöbert im Archiv der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin nach alten Fotos, Postkarten und Zeitungen. Auf der Spurensuche nach Traditionen ihres Dorfes mit Blick auf das 685-jährige Jubiläum Wöbbelins im kommenden Jahr führen die Schüler auch Interviews mit Einwohnern.

Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten: „Das Projekt wird in den kommenden Wochen weitergeführt. Wir hoffen, dass möglichst viele Wöbbeliner oder Leute mit Bezug zum Ort historische Fotos oder Dokumente für die Ausstellung zur Verfügung stellen. Wir scannen die Fotos ein oder fotografieren sie ab, so dass der Besitzer sein Bild umgehend zurück bekommt.“

Auch Wöbbelins Bürgermeisterin Viola Tonn recherchiert fleißig mit. Und hatte das Glück, das man bei solchen Forschungen einfach braucht. „Bei mir meldete sich vor einiger Zeit Erika Zingler aus der Umgebung von Kiel. Sie forscht in ihrer Familiengeschichte und stieß dabei auf ein Foto aus dem Jahre 1900 und eine Postkarte. Auf dem Foto ist unter anderem ihre Großmutter Emilie Krüger, damals als junges Mädchen, zu sehen. Das Foto entstand auf dem Hof der damaligen Wöbbeliner Postagentur, die von Franz Knuth geleitet wurde. Emilie Krüger war seine Nichte und lebte längere Zeit mit in dem Haus“, so Viola Tonn.

Die Postkarte hatte Adolf Krüger an seine Tochter Emilie geschrieben, die sich damals in Wöbbelin offenbar von einer Erkrankung erholte. Erika Zingler wollte von der Bürgermeisterin nun gerne wissen, ob das Haus der damaligen Poststation noch steht und schickte an Viola Tonn Postkarte und Foto per Mail. Das Bild könnte bei einer Kaffeerunde entstanden sein. Für das Forschungsprojekt der Grundschüler natürlich ganz wertvolle Exponate. Die damalige Poststation befand sich übrigens in einem Haus, das heute noch in der Neustädter Straße in Wöbbelin steht.

Erste Ergebnisse ihrer Forschungen hatten die Schüler am Wochenende auf dem Körnerfest und dann im Foyer ihrer Schule vorgestellt (SVZ berichtete). Jetzt hoffen die Mädchen und Jungen auf möglichst viele weitere Exponate für ihre Ausstellung.

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