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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 10:34 Uhr

Ludwigslust : (K)ein Mann der lauten Töne

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Er spielt leidenschaftlich gern Fanfare – nur große Reden schwingen mag er nicht: Uwe Heinsohn leitet seit 40 Jahren den Spielmannszug

von
erstellt am 11.Mär.2017 | 07:20 Uhr

Klenower Straße Ende der sechziger Jahre. Menschen am Straßenrand warten auf den Laternenumzug. Unter ihnen der kleine Uwe Heinsohn, damals vielleicht fünf oder sechs Jahre alt. Schon von Weitem hört er die Trommelschläge und Fanfaren. „Als die Musiker dann an uns vorbeimarschierten, hat es mich gepackt“, erzählt er heute. „Genau das wollte ich auch machen.“ Drei Jahre später wird er Mitglied in der AG Fanfarenzug, mit 14 Jahren übernimmt er deren Leitung. Bis heute engagiert er sich hier mit Leidenschaft. Auch wenn der Maurer werktags auf Montage in Hamburg ist, schafft er es immer freitags pünktlich zur Probe in die Sporthalle der Reuter-Schule. „Die Proben sind mein persönliches Highlight der Woche“, sagt er. SVZ-Redakteurin Katharina Hennes beantwortet er die Fragen zum Wochenende.

Was würden Sie in Ludwigslust verändern, wenn Sie Bürgermeister wären?
Die Schweriner Straße sollte sich wieder als eine schöne Straße in das Stadtbild von Ludwigslust einfügen. Der Leerstand und die Unsauberkeit sind kein schönes Aushängeschild für unsere Stadt.

Wo findet man Sie am ehesten?
Natürlich dort, wo Fanfarenmusik gespielt wird. Das heißt, immer freitags und an vielen Wochenenden im Verein. Ich verbringe aber auch viel Zeit zu Hause bei meiner Familie. Ich bin in meinem Beruf werktags in Hamburg und komme nur an den Wochenenden nach Ludwigslust. Da ist die Zeit bei der Familie besonders wertvoll.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit dem Pflücken von Johannisbeeren in den Ludwigsluster Plantagen.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe es gespart und mir davon eine Eisenbahnplatte gekauft. Modelleisenbahn war ein großes Hobby von mir. Die Platte habe ich übrigens heute noch im Keller. Nur bleibt keine Zeit mehr dafür.
Was stört Sie an anderen?
Arroganz, Unehrlichkeit und Gerede hinterm Rücken.

Wie sieht der perfekte Tag für Sie aus?

Ganz gemütlich mit meiner Frau Jana frühstücken und dann gemeinsam spontan etwas unternehmen. Ein Ausflug an die Ostsee ist immer schön. Und richtig perfekt wird der Tag, wenn unsere Enkeltochter Alya bei uns ist.
Was würden Sie gern können?
Redegewandt sein. Ich bin kein Typ der vielen Worte und kriege Panik, wenn man mir ein Mikrofon reicht. Wenn ich vor den Mitgliedern unseres Vereins spreche, ist das kein Problem. Aber muss ich vor Fremden reden, möchte ich mich am liebsten verdrücken.

Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
Korrekt. Das versuche ich zumindest immer zu sein.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Frohe Klänge“. Das ist eine sehr interessante Episodensammlung von Spielleuten aus der DDR.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Käse in allen Variationen. Den bringen wir uns immer aus Holland mit. Wir haben dort Freunde, die wir über die Musik kennengelernt haben.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Das Nordmagazin.
Mit welchem Lied verbinden Sie schöne Erinnerungen?

„New York - Empire State of Mind“ von Alicia Keys. Wir waren genau zu der Zeit in New York, als das Lied herauskam. Die Reise haben wir uns zur Silberhochzeit geschenkt.

Worüber haben Sie das letzte Mal herzlich gelacht?

Bei der Probe im Verein. Wir lachen viel.

Wo ist für Sie Heimat?
Kein Zweifel. In Ludwigslust.

An welches Geschenk erinnern Sie sich gern und von wem haben Sie es bekommen?

Die rührendste Überraschung habe ich an meinem 50. Geburtstag erlebt. Meine Frau hat meine holländische Lieblingsgruppe „Avanti“ eingeladen. Wir saßen gemütlich in der Runde, als plötzlich die Tür aufging und die Gruppe spielte. Da bin ich fast vom Stuhl gefallen.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Mein Opa. Er hat viel mit uns Kindern unternommen.

Welchen Traum möchten Sie sich erfüllen?

Noch einmal mit meiner Frau nach New York fliegen. Aber dann mit unserer Enkeltochter.

Und was werden Sie als Rentner machen?

Auf jeden Fall Musik.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Andrea Danda vom Lindencenter. Sie hilft, wo sie kann. Ich schätze sie sehr.

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