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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 20:46 Uhr

Ludwigslust : Junger Ungar als Maler-Azubi spitze

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Projekt „MobiPro-EU“: Arpad Juhasz zählt zu den besten 100 Malerlehrlingen in ganz Deutschland

Arpad Juhasz hat es fast geschafft. Seine dreijährige Lehre neigt sich nun dem Ende zu, die Abschlussprüfungen stehen an. Die theoretische Prüfung hat der junge Mann bereits gemeistert und dabei ein gutes Gefühl. Mehr als verständlich, denn mit seinem Zeugnisschnitt von 1,5 zählt er zu den 100 Besten im Bereich Maler- und Lackierhandwerk in ganz Deutschland. Die „Sto-Förderstiftung“, die Jugendliche in der Ausbildung unterstützt, verlieh Arpad eine Urkunde für seine besonderen Leistungen.

Der junge Mann gehört in unserer Region zu den Teilnehmern eines europäischen Förderprojekts. Seit 2013 unterstützt das Sonderprogramm „MobiPro-EU“ junge Menschen aus ganz Europa bei der Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung und bringt sie mit Projektträgern und Unternehmen in Deutschland zusammen. Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise erreichte die Jugendarbeitslosigkeit in der EU im Jahr 2012 ein historisches Hoch. Lediglich in einigen wenigen EU-Staaten blieb die Arbeitslosigkeit junger Menschen stabil.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Bundesregierung dazu bereiterklärt, im Rahmen eines zeitlich begrenzten und aus Bundesmitteln finanzierten Programms einen Beitrag zur grenzüberschreitenden beruflichen Mobilität und zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU zu leisten. Eines der teilnehmenden Unternehmen ist die GiB mbH, Gesellschaft für innovative Beschäftigung, in Ludwigslust. Geschäftsführerin Ilona Zimmermann betont, dass es wichtig sei, gegen den handwerklichen Fachkräftemangel in Mecklenburg-Vorpommern und auch deutschlandweit anzukämpfen. Das Projekt „MobiPro-EU“ offeriert damit zusätzliche Chancen für junge EU-Bürger, die raus aus der Arbeitslosigkeit möchten.

Der 29-Jährige aus dem Süden Ungarns kam im Jahr 2014 nach Deutschland und begann seinen beruflichen Einstieg zunächst mit einem Praktikum. In dieser Zeit werden junge Europäer unter anderem von Bernd Mangelsdorf, Mitarbeiter beim Projektteilnehmer GiB, dabei unterstützt, eine Wohnung zu finden und die Umgebung kennenzulernen.

Bevor Arpad nach Deutschland kam, hatte er sein Abitur gemacht und Deutschkurse in seiner Heimat besucht. Neben seiner Ausbildung als Maler bei der „Carl Schütt Bauunternehmung GmbH“ in Lübz besuchte er zusätzlich jeden Sonnabend den Deutschunterricht, der im Rahmen des Projekts erteilt wird. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job, die Chefs sind nett und es ist eine gute Firma“, so der Ungar. Der Verdienst der Projektteilnehmer ist vergleichbar mit dem, was auch ein durchschnittlicher Azubi pro Lehrjahr erhält. Um Miete und andere Kosten, die ein Leben in Deutschland mit sich bringt, tragen zu können, stocken die Projektförderer diesen Lohn auf, so dass jeder Azubi 818 Euro erhält, egal in welchem Lehrjahr er sich gerade befindet. Für den jungen Mann aus Ungarn reicht das Geld gut aus, um in MV zu leben. Er hat eine Wohnung in Parchim, in der er mit seiner Mutter und seiner Freundin lebt. „Viele von den Projektteilnehmern möchten danach in Deutschland bleiben und sich eine Existenz aufbauen. Sie haben hier bessere Chancen als in ihren Heimatländern“, erzählt die Geschäftsführerin Ilona Zimmermann.

Auch Arpad möchte in Deutschland bleiben, allerdings nicht im Norden. „Ich habe ein Vorstellungsgespräch in München und möchte vielleicht auch nach Passau“, so der Malerlehrling. Die Städte wären immerhin 600 Kilometer näher an seiner Heimat. Außerdem überlegt er, noch eine Meisterausbildung zu absolvieren.

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