Jubiläumsburgfest mit Besucherrekord

<fettakgl>Bei der Schlacht um Neustadt-Glewe</fettakgl> lieferten sich Verteidiger (links) und Angreifer  zur Freude der vielen Zuschauer heftige, packende Kämpfe. <fotos>Jürgen Seidel  </fotos>
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Bei der Schlacht um Neustadt-Glewe lieferten sich Verteidiger (links) und Angreifer zur Freude der vielen Zuschauer heftige, packende Kämpfe. Jürgen Seidel

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03. Juni 2012, 07:18 Uhr

Neustadt-Glewe | "Neustadt. Neustadt." - laut hallen die Rufe der Verteidiger von Stadt und Burg über den auf der Festwiese des diesjährigen Jubiläumsburgfestes aufgebauten Turnierplatz. Bereits zum fünften und damit vorletzten Mal in diesen drei Tagen stehen die Neustädter Kämpfer einem gegnerischen Heer gegenüber, das Burg und Stadt erobern will. Wenig später geht die mitunter fast eine Stunde dauernde Schlacht los. Verteidiger und Angreifer, unter den übrigens auch einige Frauen auszumachen sind, schenken sich nichts. Hin und her wogt die von Hunderten Zuschauern rund um den Turnierplatz und auf den Anhöhen zur Burg aufmerksam beobachtete Auseinandersetzung. Einige der Zuschauer hatten sich bereits das Ritterturnier nicht entgehen lassen, dessen Teilnehmer sich hoch zu Pferde unter anderem in Disziplinen wie Ringstechen, Hals und Helmzier abschlagen oder Sauhatz beweisen mussten. Dazu kommt hin und wieder auch ein Gestech - Ritter gegen Ritter. Dieses Turnier wie auch die international besetzte Schlacht mit rund 300 Kämpfern nicht nur aus Deutschland, sondern auch auch den USA, aus Skandinavien sowie aus Russland und Polen wurden während des Burgfestes mehrfach wiederholt.

Daneben lockten in diesem Jahr, in dem das Neustädter Burgfest zum 20. Male stattfand, ein großes Historisches Markttreiben mit vielen Händlern und Handwerken in Hundert Zelten sowie ein großes Ritter- und Wikingerlager mit bestimmt doppelt so vielen Zelten, so viele Besucher wie noch nie in seiner Geschichte auf und an die mittelalterliche Burganlage: Knapp 17000 Gäste wollten in diesem Jahr das große mittelalterliche Spektakel miterleben. Darunter waren auch viele Kinder, die sich unter anderem einer "Ritterprüfung für Kinder" unterziehen, mittelalterliche Kinderspiele ausprobieren oder sich jeweils 14, 17 und 18 Uhr auf der Bühne im jederzeit vollbesetzten Burghof überhaupt erst zum Ritter schlagen lassen konnten. Hübsch auch die Idee der Burgfestveranstalter, Kindern "unter Schwerthöhe" freien Eintritt zu gewähren. Viele der jüngsten Besucher waren bereits im mittelalterlichen Gewand oder in Rüstung, mit Schwert und Schild zum Burgfest gekommen oder sie überzeugten ihre Eltern, Ausrüstung und Waffen auf dem Markt oder im Ritterlager zu erwerben - für mehr oder weniger Taler. Der Umrechnungskurs zum Euro betrug erstaunlicherweise 1:1. Für Euro oder Taler gab es aber auch jede Menge zu Essen und zu Trinken zu kaufen, sodass wohl kaum einer der Burgfestbesucher Hunger oder Durst zu leiden brauchte. Wie von den Händlern und Handwerkern zu hören war, bescherte ihnen das weder zu warme, noch zu kalte Wetter einen teilweise doppelt so hohen Umsatz wie in den Vorjahren. Und nach den Worten von Daniela Buck, bisher für die kulturellen Belange von Neustadt-Glewe zuständig, sind auch die Veranstalter des Jubiläumsburgfestes mit Besuch und Verlauf sehr zufrieden. Das nächste, das 21. Burgfest Neustadt-Glewe anno 2013, findet vorausssichtlich am zweiten Juniwochenende statt. Denn natürlich wurden Burg und Stadt wieder gerettet. Die Verteidiger hatten auch diese und eine weitere Schlacht um Neustadt-Glewe gewonnen. Aber noch schöner ist, dass Angreifer und Verteidiger nach jedem Schlachtende ihre Waffen fallen ließen und sich brüderlich in dier Arme fielen. Es herrscht Friede in Neustadt-Glewe. Bis zum nächsten Jahr.

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