Grabow : Josi ist von Raya verzaubert

Marina Hinz und ihre beiden Töchter Saphira (l., 7 Jahre) und Josephine (6) mit der Labrador-Mix-Hündin Raya, die im Frühjahr zum Diabetiker-Assistenzhund ausgebildet wird.
Marina Hinz und ihre beiden Töchter Saphira (l., 7 Jahre) und Josephine (6) mit der Labrador-Mix-Hündin Raya, die im Frühjahr zum Diabetiker-Assistenzhund ausgebildet wird.

Labrador-Hündin ist seit acht Wochen bei Marina Hinz und ihren beiden Töchter zu Hause. Assistenzhund-Ausbildung beginnt im Frühjahr.

svz.de von
10. Januar 2018, 12:00 Uhr

Die beiden kleinen Mädchen kuscheln sich an die Hündin, umarmen das junge Tier. Saphira (7) und Josephine (6) haben den schwarzen Labrador-Mix Raya schon nach kurzer Zeit ins Herz geschlossen, und auch ihre Mutti Marina Hinz freut sich. Raya ist der von der schwer an Diabetes erkrankten Josi so sehr gewünschte Diabetiker-Assistenzwarnhund. Dieser kann die teils lebensgefährlichen Blutzuckerschwankungen riechen und durch Kratzen und Bellen anzeigen.

„Seit Raya da ist, sind wir alle drei besser drauf“, so die 33-Jährige. Seit gut acht Wochen gehört die Labrador-Hündin zur Familie, die in Grabow zu Hause ist. Aber auf Raya wartet jetzt erst einmal die Ausbildung zum Assistenzwarnhund. „Die Hündin ist sechs Monate alt, für die Ausbildung müssen die Tiere zwischen sechs Monate und einem Jahr alt sein.“ Auf ihre neue Aufgabe wird Raya von einem Hundetrainer im Hundezentrum Rhinluch in Friesack vorbereitet. Seit Sommer des vergangenen Jahres steht Marina Hinz mit Hundetrainer Erhard Genschmer in Kontakt, der sich mit seinen Mitstreitern auf die Ausbildung solcher Assistenzhunde spezialisiert hat. Und das kostet auch allerhand, rund 6000 Euro werden dafür benötigt.

„Rund acht Monate dauert für Raya die Ausbildung zum Assistenzhund. Ab März könnte es dann losgehen.“ Allerdings wird dieser speziell ausgebildete Assistenzhund von den Krankenkassen bislang nicht als Hilfsmittel anerkannt. Marina Hinz muss diese sehr zeitintensive und aufwendige Ausbildung des Assistenzhundes selbst bezahlen. So kam die junge Mutter auf die Idee, über einen Spendenaufruf das Vorhaben verwirklichen zu können. Über unsere Zeitung startete sie dann die Aktion, stellte auf Facebook das Anliegen dar. „Und die Resonanz darauf war überwältigend. Wir haben sehr viel Zuspruch bekommen und das Spendenkonto ist in den vergangenen Monaten immer mehr angewachsen. Bis zum vergangenen Freitag haben wir 8700 Euro an Spenden bekommen. Allen Spendern, die uns unterstützt haben, möchte ich an diese Stelle ein ganz großes Dankeschön sagen.“

Raya hat es sich inzwischen wieder auf ihrer Decke im Wohnzimmer bequem gemacht, lässt sich von Josi und Saphira streicheln. Die Labrador-Hündin geht jetzt bis zum Beginn ihrer Assistenzhundeausbildung zur normalen Hundeschule, um die Zeit zu überbrücken. „Es geht erst einmal darum, dass sie die Grundkommandos erlernt und das machen wir am Sonnabend auf dem Hundeplatz in Perleberg“, ergänzt Marina Hinz. „Das ist für mich günstig, weil ich dann die Chance habe, meine Kinder zur Oma zu bringen, die dort wohnt“, so die junge Mutti. „In der Woche vertiefen wir dann das Erlernte und üben mit Raya, die sich schon sehr gelehrig zeigt.“

Als Marina Hinz das erste Mal zur Züchterin fuhr und alle in Frage kommenden Welpen an ihr vorbeiliefen, war klar: Raya musste es sein. „Raya ist die Auserwählte und sie hat auch schon zweimal nachts gebellt und angezeigt, dass Josi unterzuckert ist. Das Tier wusste, dass etwas nicht stimmte, obwohl die Ausbildung ja noch gar nicht begonnen hatte.“

Als die kleine Josi im November ins Krankenhaus musste, weil es ihr sehr schlecht ging und sie schon kurz vor dem Koma war, kam auch Hundetrainer Genschmer aus Friesack auf die Station. Marina Hinz: „Dort hat der Hundetrainer vor Ärzten und Schwestern einen Vortrag gehalten, wie ein Assistenzhund aktiv wird, um solch schwer erkrankten Menschen, wie es auch Josi ist, zu helfen. Das fand ich sehr beeindruckend.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen