Drogen-Ausrutscher in Dömitz : Joint kommt teuer zu stehen

<strong>In kleinen Portionen </strong>abgepackt könne Marihuana in der Region gekauft werden. Auch Florian O. kam durch 'gute Freunde' ohne Probleme an den Stoff. <foto>dpa</foto>
In kleinen Portionen abgepackt könne Marihuana in der Region gekauft werden. Auch Florian O. kam durch "gute Freunde" ohne Probleme an den Stoff. dpa

Wird Florian O. heute gefragt, was er in der eigenen Rückschau über Drogenkonsum denkt, dann schüttelt der 20-jährige Dömitzer nur den Kopf. Ein Joint im vergangenen Jahr kostete ihn bis jetzt schon 3000 Euro Strafe.

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02. März 2013, 02:36 Uhr

Dömitz | Wird Florian O. heute gefragt, was er in der eigenen Rückschau über Drogenkonsum denkt, dann schüttelt der 20-jährige Dömitzer nur den Kopf - kann diesen Ausrutscher, wie er das Rauchen des Joints im vergangenen Jahr selbst bezeichnet, nicht verstehen. Doch es ist ihm nun mal passiert, bedauert auch seine allein erziehende Mutter, die mit dem Sohn unter einem Dach lebt. "Ich bin durch ,gute Freunde an den Stoff gekommen. In kleinen Päckchen bekommt man den Stoff durchaus auch in der Region", heißt es von ihm.

Dieser Drogen-Ausrutscher kommt Sohn und Mutter im wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen. Bislang musste der Drogeneinnahme überführte junge Mann 3000 Euro für Strafe, die Vorbereitung zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), den Tests und für weitere kostenpflichtige Auflagen zahlen. Und seine Fahrerlaubnis, die eigentlich nur für ein halbes Jahr entzogen werden sollte, hält Florian auch immer noch nicht in den Händen.

Gerade der fehlende Führerschein stellt eine besondere Belastung für den unauffällig erscheinenden und stets freundlichen Mann dar. Florian O. hat eine Ausbildung in einem Betrieb im knapp 20 Kilometer entfernten niedersächsischen Dannenberg begonnen. Täglich muss er pendeln. Glücklicherweise betreibt seine Mutter dort die Kantine, so dass beide aus der Not heraus nun eine Fahrgemeinschaft bilden. "Ohne meine Mutter würde es für mich schlecht aussehen", gesteht Florian frei heraus.

Das ganze Übel, wie es der reumütige Drogensünder berichtet, nahm am 15. März vergangenen Jahres seinen Lauf. Auf dem Nachhauseweg bemerkte Florian O. zwar ein Polizeifahrzeug, das ihm folgte, doch "ich blieb locker". Als ich zu meiner Wohnung abbog, fuhren die Beamten im Streifenwagen weiter in Richtung Stadt. Doch urplötzlich standen die Polizisten dann doch wieder am Auto und kontrollierten mich. Dabei muss ihnen jedenfalls irgendetwas aufgefallen sein. Ein Drogentest war fällig", berichtet der mittlerweile als drogenfrei beurteilte Verkehrssünder. Dann meldete sich die Staatsanwaltschaft. Prüfte, ob vielleicht sogar der Vorwurf von Drogenhandel gegen ihn zu erheben wäre. Alle Ermittlungen ließen dann glücklicherweise "nur" den Schluss von Drogenkonsum zum Eigenbedarf zu.

Doch damit war die Sache noch nicht abgetan. Die Bußgeldstelle des Landkreises schickte einen Bescheid über 900 Euro und verlangte den Führerscheinentzug für sechs Monate. Es folgte zudem die Aufforderung zur MPU. Mehrmals musste "Mutti-Taxi" genutzt werden, damit Florian O. die Tests in einem Institut in Ludwigslust ablegen konnte. Dann der Schock: Der Einrichtung war die MPU-Prüfzulassung entzogen worden. Weiteres Geld war weg. Alle bisherigen Tests mussten nun bei einer anderen Prüfstelle in Schwerin nochmals absolviert werden. Dort allerdings war der Eignungstest mit einem Besuch erledigt, aber weitere 600 Euro mussten hingeblättert werden, ärgert es Mutter und Sohn noch heute.

Aber der Ausrutscher war auch damit noch nicht aus der Welt: Zwar wurde Florian O. in der abschließenden Bewertung der Psychologin im MPU-Verfahren bescheinigt, keine Auffälligkeit für einen Drogenkonsum zu zeigen oder gar wieder Drogen zu sich genommen zu haben, doch es folgte eine weitere Auflage. Und die Fahrerlaubnis bleibt durch den Teilnahmezwang am Good-Kurs (Gesund und offensiv ohne Drogen leben) weiter verwehrt. Mit dem Good-Test wird bei der MPU die absolute Fahrtauglichkeit festgestellt. Auch dieser noch zu bewältigende Kurs schlägt finanziell bei Florian O. und seiner Mutter zu Buche.

"Jetzt sind wir bereits bei 3000 Euro angelangt und immer ist mein Sohn noch ohne Führerschein. So ein Ausrutscher kann schnell zur großen Belastung werden", blickt die Mutter mit hoffnungsvollen Sorgenfalten in Richtung Sohn.

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