Crivitz : „Jetzt bin ich wie ein Doktor“

Eirik (8, 2.v.l.) mit seiner Schwester Tanja (9, l.) und Bruder Adrian (3) sowie dem Notfallsanitäter Marco Kuhn (r.) zu Besuch bei seinen Rettern von der Rettungswache Crivitz.
Eirik (8, 2.v.l.) mit seiner Schwester Tanja (9, l.) und Bruder Adrian (3) sowie dem Notfallsanitäter Marco Kuhn (r.) zu Besuch bei seinen Rettern von der Rettungswache Crivitz.

Nach schwerem Unfall im vergangenen Jahr: Eirik aus Zölkow sagt seinem Notarzt und Rettungsteam Danke.

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26. März 2016, 19:00 Uhr

„Das erleben wir sehr selten, eigentlich kaum“, so die erste Reaktion, als sich den Notfallsanitätern der Rettungswache Crivitz Besuch ankündigt. Vorgefahren sind der Jugendwart der Zölkower Feuerwehr-Nachwuchsabteilung Michael Schröder und mit ihm die neunjährige Tanja und der achtjährige Eirik in Begleitung ihrer Mutter Annett Großwendt und des jüngsten Bruders Adrian (3).

„Wir wollen Danke sagen“, so der wichtigste Satz, langsam und mit Bedacht von Eirik gesprochen. Und dann überreichen sie selbst gemalte Bilder mit dem Schriftzug „DANKE“ an den Rettungsassistenten Marco Kuhn und Notfallsanitäter Sylvio Kelm sowie an den Notarzt Dr. Gerhard Beitz.

Rückblick: Es war am späten Abend des 15. Mai des vergangenen Jahres, als es am Bahnübergang in Friedrichsruhe nahe dem Bahnhof zu einem schweren Verkehrsunfall kam. Der Fahrer eines Pkw übersah einen herannahenden Zug und es kam zu einem folgenschweren Zusammenstoß. Dabei wurden der Fahrer sowie die mitfahrenden Kinder Tanja und Eirik schwer verletzt. Der Junge hatte sogar lebensbedrohliche Verletzungen und wurde in das Schweriner Klinikum eingeliefert. Nach der mehrwöchigen Behandlung folgten weitere Rehabilitationsmaßnahmen, und noch heute leidet Eirik an den Spätfolgen des schweren Unfalls.

„Es ist sehr schön, dich hier zu sehen, und es wird auch noch besser mit der Gesundheit“, meinte der Notarzt Dr. Gerhard Beitz, der die Erstbehandlung am Unfallort vorgenommen hatte. Auch die Mitarbeiter der Rettungswache Marco Kuhn und Sylvio Kelm, die damals ebenfalls vor Ort im Einsatz waren, können sich noch sehr gut an diesen Abend erinnern. „Gerade wenn Kinder involviert sind, dann geht es einem besonders nahe, und das verdrängt man auch nicht so schnell“, weiß Kuhn zu berichten. Der Dank geht an das gesamte Team, auch wenn an diesem Nachmittag nicht alle anwesend sein können, denn einige haben dienstfrei.

Nach dem Kuchen durften sich Tanja, Eirik und Adrian den Rettungstransportwagen von innen ansehen. Eirik, der selbst keine Erinnerung an diesen Einsatz vor einem Jahr hat, staunte über die technische Ausstattung und testete die Liege gleich mal. Mit dabei: ein kleiner Plüschbär, der seinen Arm in der Schlinge trägt und dazu ein Pflaster am Kopf hat. „Den haben mir die Sanitäter geschenkt“, sagte er stolz. Dann durften er und seine Schwester in eine Rettungsjacke schlüpfen und Eirik bekam sogar noch ein Stethoskop. „Jetzt bin ich wie ein Doktor“, meinte er voller Dankbarkeit, und eigentlich wollte er gar nicht mehr nach Hause, so gut gefiel es ihm in dieser Rettungswache bei seinen Ersthelfern.

„Die Idee hatten Eirik und seine Schwester Tanja. Beide sind in unserer Jugendfeuerwehr seit Jahren aktiv. Sie kamen zu uns und meinten, Dank sagen zu wollen“, so der Zölkower Jugendwart Michael Schröder, der daraufhin alles organisierte.

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