Schulsozialarbeit in Ludwigslust : „Jetzt besser vorbereitet“

Annette Hochhardt (3. v. l.) und Mitarbeiterinnen im Gespräch mit Jugendlichen.
Annette Hochhardt (3. v. l.) und Mitarbeiterinnen im Gespräch mit Jugendlichen.

Schulsozialarbeiter der Volkssolidarität stärken Jugendliche gegen häusliche Gewalt und zeigen Hilfen auf

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28. Dezember 2017, 05:00 Uhr

„Ich fühle mich jetzt stärker“, sagt Jennifer Osterloh. Die 17-Jährige hat schon einiges erlebt. Situationen kurz vor der Eskalation. Situationen mit Gewalt in der Luft. „Ich bin jetzt besser auf so etwas vorbereitet“, sagt sie. Ihre Mitschülerin Michelle Rautenberg gibt ihr Recht. „Mir geht es ähnlich.“

Nicht allein sein. Nicht ausgeliefert sein. Hilfe bekommen. Diese Botschaften vermitteln die Schulsozialarbeiter der Volkssolidarität Anne-Kathrin Prestin und Ilona Jungbluth mit dem aktuellen Projekt „Gewalt – es tut mir weh“ am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises Ludwigslust / Parchim.

Seit nunmehr 19 Jahren begleitet Ilona Jungbluth Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren am Standort Ludwigslust. Seit September steht ihr Anne-Kathrin Prestin zur Seite. Sie ist gleichermaßen Ansprechpartnerin für die Jugendlichen und Lehrkräfte am Standort Hagenow. „Schulsozialarbeit ist an diesem Bildungszentrum mit den Standorten Ludwigslust, Hagenow und Parchim für die rund 1600 Schüler nicht mehr wegzudenken“, erklärt die Dienstältere der beiden. Das zeige auch das Projekt in diesem Herbst, das zwei Schulklassen nun schon über mehrere Wochen begleitet. „Einige Schüler erzählen gleich von ihren Erfahrungen mit häuslicher Gewalt, andere suchen uns in den Wochen danach einzeln auf“, erzählt Ilona Jungbluth. Die große Resonanz zeige ihr die Bedeutung des Projektes.

„Viele Jugendliche sind sich über ihre Rechte gar nicht im Klaren“, sagt Annette Hochhardt von der Parchimer Beratungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt der Arbeiterwohlfahrt. Darüber informiert sie die Schüler während des Projektes. „Jedes Kind besitzt das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Schon das Miterleben von Gewalt zwischen den Eltern wird im Allgemeinen als Kindeswohlgefährdung eingestuft.“ Vergewaltigung, Missbrauch und häusliche Gewalt sind einige Themen, über die sie als Fachfrau während der Gesprächsrunden mit den Jugendlichen diskutiert. Und sie ist nicht die einzige Beraterin des Projektes.

Wie gewaltfreie Kommunikation gelingt, erklärt Ralf-Theo Mundt den Schülern als Präventionsbeamter der Polizei in Ludwigslust. Einen entscheidenden Einblick in die Selbstverteidigung bekommen die Schüler bei Angelo Rachow vom Kreissportbund des Landkreises – sowohl in einem theoretischen als auch in einem praktischen Teil. Unter der fachlichen Begleitung durch Kathleen Guder, Präventionsbeamtin der Polizei, werden die Jugendlichen für den sicheren Umgang mit den Medien sensibilisiert.

Es sind genau diese Gesprächsrunden, bei denen die Schüler Informationen bekommen, Fragen loswerden und miteinander in den Austausch treten. Der Gesprächsbedarf ist da, mal mehr, mal weniger, wie die Schulsozialarbeiter sagen. „Einige hören auch nur zu“, meint Ilona Jungbluth. „Alle beteiligten Schüler erhalten am Ende eine Liste mit Kontakten zu Beratungsstellen und Hilfsangeboten.“

Und was sagen die Schüler? „Ich verstehe Situationen jetzt besser“, meint die 17-jährige Michelle Rautenberg. „Ich weiß zumindest, wie ich mich im Idealfall verhalten sollte und wo ich im Notfall Hilfe bekomme.“

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

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