Ludwigslust : Jedes Lied hat seine eigene Welt

Die junge Sopranistin Rabea Kramp tritt am 26. April um 17 Uhr in der Stadtkirche Ludwigslust auf.
Die junge Sopranistin Rabea Kramp tritt am 26. April um 17 Uhr in der Stadtkirche Ludwigslust auf.

In Ludwigslust geborene Sopranistin Rabea Kramp gastiert am 26. April mit einem Liederabend in ihrer Heimatstadt

svz.de von
17. April 2015, 07:00 Uhr

„Wie buchstabiert man Liebe?“ - auf diese Frage will Rabea Kramp am 26. April um 17 Uhr in der Stadtkirche ihrer Heimatstadt Ludwigslust musikalisch eine Antwort geben.

Ja, Heimatstadt! Die junge Sopranistin Rabea Kramp, die heute mit Ehemann Christopher in Stuttgart studiert und lebt, ist nämlich in Ludwigslust geboren und zur Schule gegangen und hat hier auch ihre musikalische berufliche Laufbahn begonnen. Die mittlerweile 28-jährige Tochter von Schlachtermeister Hans-Christian und Kristina Ockens hat seit der musikalischen Früherziehung neben der Schule die Kreismusikschule Ludwigslust besucht, hier mit sieben Jahren Geige und mit 11 Jahren Klavier spielen gelernt und im Streichorchester „Lulu Strings“ musiziert. Nach dem Wechsel aufs Musikgymnasium Schwerin entdeckte sie ihre Liebe zum Gesang.

Das und noch viel mehr erfuhr Hannelore van Reimersdahl in einem Telefoninterview für die SVZ eineinhalb Wochen vor ihrem Liederabend in Ludwigslust.
Rabea, darf man Ihnen zur bestandenen Masterprüfung im Gesang gratulieren?
Nein, leider noch nicht. Ich musste sie wegen einer Grippe verschieben, auf den 29. April.
Ihre Stimme verrät noch Spuren von leichter Heiserkeit. Was tun Sie, um zum Ludwigsluster Liederabend wieder topfit zu sein?
Viel Vitamin C zu mir nehmen, viel schlafen und frische Luft tanken. Dann dürfte alles klappen!
Pressestimmen in Ihrer Wahlheimat Baden-Württemberg, aber auch im Ausland bewundern die große Wandlungsfähigkeit Ihrer Stimme, die strahlend von Liebe und schwermütig von der Qual gebrochener Herzen singen kann. Werden wir davon auch etwas am 26. April erleben?
Auf alle Fälle! In meinen Liebesliedern aus aller Welt findet man das eine wie das andere.
Das heißt, dass Sie nicht nur in deutscher Sprache singen?
Natürlich! Jedes Lied wird in seiner Heimatsprache gesungen. In Französisch, Englisch, Schwedisch, Italienisch und natürlich auch in Deutsch. Dass die Lieder sehr authentisch rüberkommen, hat aber sicher auch etwas damit zu tun, dass ich gern Fremdsprachen lerne. Autodidaktisch. Zum Beispiel Norwegisch, Dänisch, Spanisch…
Woher kommt Ihre Liebe zur Musik und zum Gesang? Liegt das in der Familie?
Unsere Eltern haben meinen Bruder und mich schon frühzeitig ermutigt, Musik zu machen. Aber sie haben uns auch mit der Musik zuhause aufwachsen lassen. Wir haben viel gesungen daheim. Mutti spielte Gitarre und mein Vater hat mir bestimmt seine Stimme vererbt. Er kann wunderbar singen. Tenor!
Sie haben schon viele Liederabende gegeben. Wurden erst jüngst für einen Auftritt im Opernhaus Dijon hochgelobt. Was reizt Sie an diesem Genre?
Liedgesang ist wie Oper im Kleinen. Jedes Lied hat seine eigene Welt, die in den Emotionen des Liedes lebt. Ich denke, das springt über bei mir und hoffentlich auch bei den Zuhörern.
Wie in Dijon so werden Sie auch in Ludwigslust am Klavier von Mihály Menelaos Zeke begleitet. Wie kam es zudieser beruflichen Partnerschaft?
Wir treten mittlerweile schon fünf Jahre als Duo auf. Wir haben uns während des Studiums in Stuttgart kennen gelernt und sprechen, das ist sicher wichtig, musikalisch die gleiche Sprache.
Ihr Konzertbesuch in Ludwigslust wird wegen der anstehenden Masterprüfung dann ja nicht von langer Dauer sein. Worauf freuen Sie sich besonders und was darf bei einem Heimatbesuch nicht fehlen?
Natürlich freue ich mich auf ein Wiedersehen mit meinen Verwandten aus nah und fern, die das Konzert besuchen werden. Und auf hoffentlich viele alte Bekannte. Was nicht fehlen darf ist ein Schlossparkbesuch. Wenn ich den nicht gesehen oder durchradelt habe, dann war ich nicht zu Hause.
Eine letzte Frage: Was bedeutet Ihnen ihr Konzert in der Heimatstadt?
Im Süden Deutschlands gibt es sehr viele kulturelle Veranstaltungen. Da besteht noch ein großer Kontrast zum Norden. Ich möchte mit meinem Konzert dazu beitragen, dass die klassische Musik auch hier in Mecklenburg weiterlebt.

Vielen Dank für das Gespräch.

















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