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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 03:59 Uhr

Ludwigslust : Jeder Pinselstrich muss passen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Handwerker mehrerer Gewerke wirken derzeit bei der Restaurierung in der Stadtkirche Ludwigslust mit

von
erstellt am 12.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Hier sind ein gutes Auge, eine ruhige Hand und vor allem ganz viel Geschick gefragt: Maler-Restaurator Jan Seifert erneuert am Tonnengewölbe der Ludwigsluster Stadtkirche eine der 36 sogenannten Kassetten. Diese Kassetten beinhalten jeweils Maniermalerei und eine Rosette aus Pappmaché, wie es umgangssprachlich heißt.

Bei der Maniermalerei handelt es sich um eine Maltechnik, die den Eindruck von Strukturen vermittelt. Das geschieht durch Einsatz von hellen und dunklen Farben. Jan Seifert und sein Bruder Alexander von der Restaurationswerkstatt Jan Seifert aus Potsdam malen die Bilder in den Kassetten nicht neu, sondern zeichnen Striche bzw. Flächen nach. Um dem Original zu entsprechen, ist dabei, wie eingangs erwähnt, eine große Sorgfalt erforderlich.

Diese Arbeiten sind Bestandteil der Sanierung von Tonnengewölbe und Ostwand im Inneren der Stadtkirche. Neben der Maniermalerei wird gegenwärtig auch die Holzkonstruktion des Daches saniert. Bauleiter Karl-Heinz Schilling vom Ludwigsluster Büro Architekten und Ingenieure Kaschig+Schilling: „Teile der Dachbalken sind vom Schwamm befallen. Das betrifft vor allem Bereiche, wo Balken auf dem Mauerwerk aufliegen. Diese Holzbalken müssen ausgewechselt werden.“ Die entsprechenden Arbeiten führen Zimmerer der Neumühler Bauhütte GmbH durch.

Gleich neben Maler-Restaurator Jan Seifert arbeitete gestern Diplom-Restaurator Andreas Volkmar aus Lüblow. Er erneuert die Rosetten im Tonnengewölbe. Jede der 36 Kassetten enthält eine Rosette, die aus zusammen geklebten Papierlagen bestehen und oft als Pappmaché bezeichnet werden. 34 dieser Rosetten werden saniert, zwei weitere müssen vollkommen neu hergestellt werden.

Schließlich wuselte am gestrigen Montag auch Andreas Gertig von der Guse GmbH Stuck und Restaurierungswerkstatt Schwerin in der Stadtkirche. Er verputzte Risse und Abplatzungen in der Innenwand.

Wie geht es weiter bei der Sanierung? „Wenn die Restaurierungsarbeiten weitgehend abgeschlossen sind, erhält die Wand einen neuen Farbanstrich“ erläutert Bauleiter Karl-Heinz Schilling. Laut Diplom-Restauratorin Bettina Strauß wird es sich um einen hellen Anstrich in rötlich-gelben Farben handeln. Wichtig dabei ist, dass die Farben mit dem Anstrich an der gegenüberliegenden Westwand (bereits 2008 saniert) übereinstimmen müssen.

Die gesamte Sanierung und Restaurierung des Tonnengewölbes und der Ostwand soll bis Ende Oktober diesen Jahres abgeschlossen sein. Küster Thomas Konradt: „Das ist jedenfalls unser Wunsch. Anschließend muss das riesige Gerüst abgebaut werden, was vermutlich auch noch ein paar Wochen in Anspruch nehmen wird. Schließlich, so hoffen wir, kann unser Konzert zum 1. Advent bereits in der vollkommen sanierten Kirche stattfinden.“

Bereits zuvor aber sind in der Stadtkirche Veranstaltungen vorgesehen. Nachdem es bereits zwei Baustellenkonzerte gegeben hat, steht am Sonnabend, dem 30. August, im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern das „Fest für die Ludwigsluster Klassik“ auf dem Programm. An den beiden Tagen vor diesem Konzert werden die Bauarbeiten in der Stadtkirche ruhen, damit die beteiligten Künstler proben können.

Wie Bauleiter Schilling und Küster Konradt betonen, ist die Zusammenarbeit zwischen Bauleitung, Gewerken und Auftraggeber (Kirche) sehr gut. Immerhin handelt es sich um eine öffentliche Baustelle, die Kirche ist in der Bauzeit nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für Gottesdienste und Besichtigungen offen.

 

 

 

 

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