Jede Meinung ist wichtig

Mit groß angelegter Anwohnerbefragung möchte Paula Holz herausfinden, wie die Menschen zur Biosphäre stehen

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30. Januar 2019, 20:05 Uhr

Geplant war es zunächst nicht. Doch dann kam ein Instrument ins Spiel, beziehungsweise dieses spielen zu lernen. Und so nahm Paula Holz den Umweg über ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Archezentrum. „Ich möchte Grundschullehrerin werden, aber dafür muss ich eine Aufnahmeprüfung absolvieren und nachweisen, dass ich ein Instrument spielen kann“, erklärt die 19-jährige Neuhauserin. Letzteres habe ihr zuletzt noch Probleme bereitet und so sei sie auf die Idee gekommen, ein FÖJ einzuschieben sowie nebenbei Klavier spielen zu lernen. „Außerdem war ich an der Arbeit hier interessiert.“

Seit September vergangenen Jahres ist Paula Holz FÖJlerin im Archezentrum und Verein Konau 11. Beide Einrichtungen teilen sich aktuell noch eine Stelle. „Ich bin drei Tage pro Woche in Neuhaus und zwei Tage in Konau. Im Archezentrum helfe ich unter anderem bei der Organisation von Veranstaltungen, Workshops oder dem Kinderferienprogramm. In Konau liegt mehr praktische Arbeit an, zum Beispiel die Pflege von Obstbäumen.“ Daneben habe sie allerdings auch die Möglichkeit, ein eigenes Projekt zu verwirklichen. Und womit sie sich beschäftigen will, war schnell klar.

„Ich bin hier aufgewachsen und habe die Einstellung der Leute dazu mitbekommen, dass wir hier Teil des Biosphärenreservats sind. Sie wurde aber noch nie offiziell abgefragt und ich möchte darstellen, wie die Meinung ist“, meint Paula Holz. Deshalb habe sie einen Fragebogen entwickelt, der noch bis Ende Februar von Anwohnern ausgefüllt werden kann. „Im August möchte ich die Ergebnisse vorstellen. Es ist mein Projekt, für die Leute hier. Da steckt weder das Archezentrum noch die Biosphärenreservatsverwaltung dahinter.“ Beide Einrichtungen seien aber offen für ihr Vorhaben.

Und vielleicht offener als der ein oder andere Anwohner. „Einige haben mir schon gesagt, dass sie den Fragebogen nicht ausfüllen, weil sie denken, ihre Meinung zählt nicht, da sie gegen die Biosphäre sind. Aber gerade darum geht es.“ Paula Holz möchte nämlich möglichst vielfältige Ansichten sammeln und dazu gehören negative, wie positive. Auch sie selbst schwanke hin und her. „Wenn man hier aufwächst, bekommt man die negativen Meinungen mit.“ Andererseits, „ist der Naturschutz wichtig, und es ist wichtig, sich damit zu beschäftigen.“

Auf beiden Seiten gebe es extreme Ansichten, die teilweise durch Verständnisprobleme und teilweise durch ein Verständigungsproblem begründet seien.

Rund 100 ausgefüllte Fragebögen hat die FÖJlerin bereits erhalten. Ihr Wunsch sind allerdings mindestens 250. „Dann hätten sich gut 5 Prozent der Anwohner beteiligt. Das ist mein Ziel.“ Die Fragebögen liegen in Geschäften und im Archezentrum in Neuhaus aus. Zudem können sie per Mail an leben-im-br@web.de angefordert und auf Wunsch zugestellt werden. Die Auswertung erfolgt anonym.

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