Wöbbelin : „Interesse an Geschichte ist riesig“

Die Arbeitsgruppe Regionalgeschichte trifft sich regelmäßig zur Auswertung ihrer Forschungsergebnisse. Fotos: münchow / archiv
Die Arbeitsgruppe Regionalgeschichte trifft sich regelmäßig zur Auswertung ihrer Forschungsergebnisse.

Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, plant auch 2018 zahlreiche Projekte und Veranstaltungen

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17. Januar 2018, 12:00 Uhr

Kaum hat Ramona Ramsenthaler die Besucher verabschiedet, läutet schon wieder die Türglocke. Noch während sie den nächsten Gast begrüßt, klingelt weiter hinten das Telefon und Ramona Ramsenthaler sprintet los. „Entschuldigung, auf den Anruf warte ich schon…“

Alltag für die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. In diesen Tagen ist sie mit der Planung für das neue Jahr beschäftigt, erledigt dazu die tägliche Arbeit und empfängt immer wieder Besucher. Gestern Morgen war es unter anderem der SVZ-Reporter, der wissen wollte, welche Schwerpunkte Ramona Ramsenthaler in diesem Jahr sieht.

Schon der Blick in den bis über den Sommer hinaus prall gefüllten Terminkalender lässt allerdings ahnen, dass Ramona Ramsenthaler über all das, was geplant ist, nicht innerhalb nur einer und oder zwei Stunden reden kann.

Da ist zum Beispiel der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in zwei Wochen (SVZ berichtete) oder das nächste Erzählcafé am 18. Februar. „Gerade auch das traditionelle Erzählcafé zeigt, dass das Interesse für Geschichte riesig ist“, sagt Ramona Ramsenthaler. „Wir hatten schon Veranstaltungen mit bis zu 100 und mehr Gästen. Oft kommen Großeltern, die ihre Enkel mitbringen.“ Im Café am 18. Februar um 14.30 Uhr in den Mahn- und Gedenkstätten spricht der Historiker Dr. Bernd Kasten über die Verfolgung von Sinti und Roma in Mecklenburg 1933 bis 1945.

Immer wieder bewegend sei es für sie persönlich, „wenn Ende April/Anfang Mai anlässlich der Befreiung ehemalige KZ-Häftlinge nach Wöbbelin kommen“, sagt Ramona Ramsenthaler. Das sei auch in diesem Jahr vom 30. April bis 2. Mai der Fall.

Regelmäßig trifft sich auch die vor über einem Jahr gebildete Arbeitsgruppe Regionalgeschichte, die vor allem Geschehnisse in der Region gegen Kriegsende erforscht. „Jedes Mitglied widmet sich bei seinen Forschungen einem speziellen Thema“, erläutert Ramona Ramsenthaler und verweist unter anderem auf Wolfgang Utecht aus Rastow, der zur Luftwaffenmunitionsanstalt Rastow-Pulverhof forscht. Die Arbeitsgruppe tauscht regelmäßig ihre Ergebnisse aus. Die sollen dann später in einem Buch zur Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Kriegsende zusammen gefasst werden. Die Arbeitsgruppe trifft sich am 24. Februar das nächste Mal in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. „Historisch interessierte Gäste sind dann ab 10 Uhr herzlich eingeladen“, sagt Ramona Ramsenthaler.

Einem speziellen Thema zur Regionalgeschichte ist auch eine Tagung am 22. Juni im Kreistagssaal in Ludwigslust gewidmet. Dann geht es um Zwangsarbeit in der Region.

Schwerpunkt in der Arbeit der Mahn- und Gedenkstätten ist nach wie vor die Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. „Wir planen in diesem Jahr etwa 40 Projekttage oder Workshops“, so Ramona Ramsenthaler.

Entsprechende Projekte gibt es u. a. mit der Grundschule Wöbbelin, der Regionalen Schule Rastow und dem Goethe-Gymnasium Ludwigslust.

Noch während des Gesprächs mit SVZ klingelt wieder das Telefon und Ramona Ramsensthaler entschuldigt sich und greift zum Hörer. Wieder eine Anfrage zu einer Veranstaltung. Und der rastlose Arbeitsalltag geht schon weiter.

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