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Ludwigsluster Tageblatt

18. Oktober 2017 | 04:09 Uhr

Ludwigslust : Integration einmal anders

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Glückliche Fügung: Lernbehinderter Heino Randt muss Sozialstunden leisten und findet dabei feste Anstellung bei Auwas GmbH

Als Heino Randt auf den Geschäftsmann Thomas Grubba trifft, läuft es nicht besonders gut in seinem Leben. Er ist arbeitslos und muss gerichtlich angeordnete Sozialstunden leisten, weil er ohne Führerschein Moped und Auto fuhr. Der Verein „Fels in der Brandung“ kümmert sich um ihn. Glückliche Fügung: Das Vereinshaus steht auf dem Gelände der Auwas GmbH. Dessen Geschäftsführer Thomas Grubba läuft Heino öfter über den Weg und macht ihm irgendwann das Angebot, die Sozialstunden gleich in seinem Unternehmen zu leisten. Heino Randt zögert nicht. Und schnell erkennt Thomas Grubba, dass der 26-Jährige zu viel mehr fähig ist, als es in dessen Gesundheitszeugnis steht. Darin wird Heino aufgrund einer frühkindlichen Hirnschädigung eine 80-prozentige Behinderung bescheinigt, mit der er nur auf dem zweiten Arbeitsmarkt vermittelbar wäre. „Das hieße, er könne nur stundenweise in einer Behindertenwerkstatt arbeiten“, sagt Thomas Grubba. „Dabei kann er doch viel mehr.“

Grubba sucht Hilfe beim Arbeitsamt. „Bei uns war Heino Randt zu dem Zeitpunkt gar nicht gemeldet“, erzählt Teamleiterin Monika Abraham. Ihre Agentur sehe in der Vermittlung von Schwerbehinderten einen großen Schwerpunkt, sagt sie. 116 schwerbehinderte Arbeitslose sind im September im Ludwigsluster Agenturbezirk registriert gewesen. Das sind 7,5 Prozent aller Arbeitslosen. „Im ersten halben Jahr konnten wir ein Drittel der Behinderten in Arbeit bringen“, so Abraham. „Meistens finden die Vermittler eine passende Stelle, oft fragen Arbeitnehmer direkt bei der Agentur an, und manchmal gibt es glückliche Zufälle.“ Heinos Geschichte sei so einer. Nachdem Thomas Grubba das Gesundheitszeugnis anzweifelte und ein neues durchsetzte, kann Heino nun 25 Stunden in der Woche arbeiten. Er hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag und ist fest ins Team integriert. „Anfangs war er noch ein bisschen zurückhaltend“, sagt sein Chef. „Heute arbeitet er selbstständig, sieht Aufgaben und macht seine Sache gut und zuverlässig.“ Die Agentur für Arbeit unterstützt Grubbas Engagement und fördert die Lohnzahlung zu 60 Prozent im ersten Jahr. Wenn es nach Thomas Grubba geht, soll Heino Randt aber viel länger bleiben.  

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