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Ludwigslust/Glaisin : Info-Verluste bei Zukunftsenergien

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Die Bürgerinitiative "LandWindLeben" aus Glaisin setzt sich für ein umfassendes Bürgervotum ein, um ein Energiekonzept für die Region Ludwigslust zu verwirklichen. Geplant ist eine Öffentlichkeitskampagne.

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erstellt am 26.Jun.2013 | 07:20 Uhr

Ludwigslust/Glaisin | Ein umfassendes Bürgervotum müsse her, um ein Energiekonzept für die Region Ludwigslust zu verwirklichen. Allein riesige in Größe, Höhe und Leistung auffällige Windparkanlagen zu realisieren, das sei am Bürger vorbei entschieden. Dieser Meinung ist die Bürgerinitiative (BI) "LandWindLeben" aus Glaisin. Die Vorsitzende Sabine Lenz, ihre Mitstreiter und ihre Fachberater wollen ab sofort bürgernahe Informationen mit einer Öffentlichkeitskampagne anbieten. Lenz: "Wir haben ernste Bedenken, dass der aktuelle Informationsfluss über die möglichen Windeignungsgebiete in unserer Region die dann davon auf Jahrzehnte betroffenen Menschen überhaupt erreicht. Deshalb werden wir versuchen, ein stetes Netzwerk zu installieren, zusätzlich in vielfältiger Art und Weise aufzuklären und dabei Lösungen anbieten. Es geht uns nicht darum, gegen Windkraft zu sein, sondern diese Energie sinnvoll für die Menschen der Region zu nutzen."

Die BI befürchtet zudem, so Heiko Böhringer aus Ludwigslust und Holger Friel aus Glaisin gestern unisono auf einem Treffen, dass der Regionale Planungsverband Westmecklenburg mit seinen Entscheidungen in Sachen Eignungsgebiete für Windenergie bis zu Oktoberbeginn einen noch ausstehenden Beschluss der Ludwigsluster Stadtvertreter über derartige Gebiete aushebeln könnte. Wobei, so die Anmerkung von Friel, dann immer noch die Rechtssicherheit nicht gewährleistet wäre. Und den politischen Repräsentanten in Lulu spricht die BI ab, dass sie ihre Entscheidung ohne parteipolitisches Kalkül fassen werden.

"Wir starten jetzt eine Postkarten-Kampagne, werden in Kürze eine öffentliche Veranstaltung anbieten und ab kommendem Wochenende im Internet auf unserer Homepage informieren", kündigt Vorsitzende Lenz an. "Wir sind eine offene Vereinigung und haben uns mit Initiativen in Brandenburg und Bayern vernetzt. Können also gut Vergleiche anstellen. Beispielsweise wird in Bayern konsequent darauf geachtet, dass die Abstände von Windkraftanlagen im Verhältnis "Anlagenhöhe x 10" zu Wohngebieten eingehalten werden. Bei möglichen Installationen von bis zu 300 Metern Höhe ein wesentlicher Aspekt für Anwohner."

Sollten solche Windparks kommen, sieht die Ortsteilvertreterin von Hornkaten, Gaby Schilling, düstere Zeiten auf die Einwohner zukommen. "Hornkaten ist von Planungsflächen eingekesselt. Es wäre wichtig, die immer noch vom Energieministerium unter Verschluss gehaltene Umfassungsanalyse endlich einsehen zu können. Das Ministerium hält die Erhebung unter Verschluss. Es stellt sich die Frage, ob die Stadtvertretung über diese offensichtlich abgeschlossenen Untersuchungsergebnisse verfügt. Wenn nicht - wie soll ein vertretbarer Beschluss herbeigeführt werden?"

Die BI verfügt über eine von externen Experten erstellte Präsentation von Windparks mit maßstabsgetreu errechneten Simulationen der Regionen Kummer, Hornkaten, Göhlen, Glaisin, Ludwigslust-Autobahn, Heldenhain, B 191, Weselsdorf-Niendorf, Techentin-Karstädt, Eldena, Prislich, Gorlosen und Loosen, hieß es von Friel. "Überall ist ein überdimensionierter, jedoch für die Versorgung der Region nicht notwendiger Aufwuchs von Windenergieanlagen zu verzeichnen", beklagt er. "Mittlerweile gehört die BI der Projektgruppe von Bürgermeister Mach an. Unsere Lösungsvorschläge dringen dort jedoch nicht durch. Wir plädieren für eine lokale Lösung, die von den Stadtwerken Ludwigslust-Grabow und Biogasbetreibern realisiert werden könnte."

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