Dömitz : Indische Heilkunst im Barockhaus

Sabine und Tetje Strutzke auf der Terrasse ihres neuen alten Hauses, in dem Yoga und Ayurveda im Mittelpunkt stehen.
Foto:
Sabine und Tetje Strutzke auf der Terrasse ihres neuen alten Hauses, in dem Yoga und Ayurveda im Mittelpunkt stehen.

Sabine Strutzke zog mit ihrem Mann aus Hamburg nach Dömitz und eröffnet hier ihr Yoga & Ayurveda Haus

von
08. April 2017, 12:00 Uhr

Als Sabine Strutzke das Fachwerkhaus in der Dömitzer Elbstraße vom Deich aus sah, war es um sie geschehen. „Der schöne Garten mit dem Springbrunnen, die mindestens 250 Jahre alte Rotbuche, das Teehäuschen und die Terrasse mit Blick auf den Deich – ich habe mich gleich in das Haus verliebt“, sagt die 50-Jährige. Und in dessen Geschichte. „Das Haus ist 1763 in einer Flurkarte erstmals erwähnt worden“, erzählt Sabine Strutzke. „Es gehört damit zu den ältesten Häusern in Dömitz.“ Erfahren hatte sie das vom Vorbesitzer, der die interessierten Zaungäste direkt auf seine Terrasse eingeladen hatte.

Gut ein halbes Jahr nach dieser ersten Begegnung, nachdem die Wohnung in Hamburg verkauft war, gehörte der Fachwerkbau dem Paar. Mitte Februar zogen die beiden nach Dömitz. Sabine Strutzke will im Haus in der Elbstraße 28 nicht nur wohnen. Als Yoga & Ayurveda Coach richtet sie dort auch ihr Studio ein, will Kurse geben und Workshops anbieten. Offenbar trifft sie damit einen Nerv in der Region. „Ich habe viel mehr Zulauf als in Hamburg und werde von vielen Menschen angesprochen“, freut sie sich. Die drei regelmäßigen Yoga-Kurse sind schon fast ausgebucht, genauso ein Workshop.

Bevor Sabine Strutzke Yoga-Lehrerin und Ayurveda-Therapeutin wurde, war sie lange Jahre als Agentin in einer Modellagentur und in Personalabteilungen verschiedener Unternehmen tätig. „Ich erlebte in den Büros, dass Menschen immer an ihr Limit gehen und gehen müssen und dabei selbst auf der Strecke bleiben“, sagt sie. Mit 33 erlitt sie einen Zusammenbruch, brauchte danach aber noch ein paar Jahre, ehe ihr klar wurde, dass Yoga, das sie da selbst schon seit 20 Jahren praktizierte, ihre Berufung ist. Sie begann eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin und drei Jahre später auch noch zur Therapeutin für Ayurveda. In Krinitz, wo dem Paar ein Resthof gehört, veranstaltete sie ab 2010 Workshops, war dann aber immer Yoga-Lehrerin, Ayurveda-Therapeutin, Meditationsleiterin, Köchin und Zimmermädchen zugleich. Das soll in Dömitz anders sein. „Hier konzentriere ich mich auf das, was ich richtig gut kann – Yoga, Meditieren, ayurvedisch kochen und beraten“, sagt Sabine Strutzke. „Den Rest überlasse ich anderen.“ Bis dahin ist in der Elbstraße 28 noch einiges zu tun.

Zwei Räume im Vorderhaus wurden komplett renoviert. Der alte Putz kam runter, ein neuer Lehmputz rauf. Elektroleitungen mussten erneuert werden. Künftig befinden sich dort der Yoga- und der Massage-Raum. Im Hinterhaus haben sich Sabine und Tetje Strutzke wohnlich eingerichtet – nicht ohne die Geschichte des Gebäudes im Blick zu haben. „Wir haben von einem Fachmann erfahren, dass es ein Barockhaus ist. Diesen Charakter wollen wir erhalten“, sagt Sabine Strutzke. Und so wurde das Gartenzimmer in einem für die damalige Epoche typischen Altrosa gestrichen. Und sogar antike Möbel haben die neuen Eigentümer extra angeschafft.

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst mit ganzheitlichem Anspruch. Wörtlich übersetzt heißt das Wort Lebenswissenschaft. „Ayurveda bringt den menschlichen Körper zurück zur Natur“, erklärt Sabine Strutzke. „Man schaut, was dem Körper guttut und wie man mit der richtigen Ernährung, mit Bewegung, Massagen, Ölziehen und anderem mehr die Selbstheilungskräfte aktivieren kann.“ Das könne dem Menschen helfen, aber in Kombination mit der Schulmedizin, so die Neu-Dömitzerin. „Sonst würde ich auch nicht mehr hier sitzen“, spielt sie auf eine eigene schwere Erkrankung an.

Wer das Yoga & Ayurveda Haus sowie Sabine und Tetje Strutzke persönlich kennenlernen möchte, hat dazu bald Gelegenheit. Am 30. April (14 bis 17 Uhr) ist Tag der offenen Tür. Die Besucher können deutsch-ayurvedisches Essen probieren, eine Yoga-Schnupperstunde erleben (dafür ist eine Anmeldung erforderlich) oder einfach Yogi-Tee im Garten genießen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen