Fritz Sdunek zu Gast in Neustadt-Glewe : In weltmeisterliche Tatzen gehauen

 Gruppenfoto mit Weltmeister-Trainer: Fritz Sdunek (3.v.l.) fühlte sich im Kreise der Neustädter Boxer sichtlich wohl. Thomas Willmann
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Gruppenfoto mit Weltmeister-Trainer: Fritz Sdunek (3.v.l.) fühlte sich im Kreise der Neustädter Boxer sichtlich wohl. Thomas Willmann

Weltmeisterlich ging es am Mittwochin der Neustädter Sporthalle zu. Kein geringerer als einer der erfolgreichsten Boxtrainer der Welt, Fritz Sdunek, kam auf eine Stippvisite vorbei und und bat zum "Tanz" mit den Tatzen.

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29. November 2012, 05:03 Uhr

Neustadt-Glewe | Weltmeisterlich ging es am Mittwochabend in der Neustädter Sporthalle zu. Kein geringerer als einer der erfolgreichsten Boxtrainer der Welt, Fritz Sdunek, kam auf eine Stippvisite vorbei. Auf die Vorstellung des berühmten Gastes hätte der Sektionsleiter des SV Fortschritt, Gerrit Elfert, eigentlich verzichten können. Denn natürlich war der 65-Jährige allen Anwesenden ein Begriff - den Boxern sowieso, aber auch den Sponsoren, die der Einladung gefolgt waren. "Du hast in Neustadt-Glewe ja schon einige Veranstaltungen gesehen, das ist für dich bekanntes Terrain", leitete Elfert, der in der Jugend gemeinsam mit Sdunek für den SC Traktor Schwerin aktiv war, ein. "Ich war nicht nur Zuschauer, sondern habe hier unter deinem Vater selbst im Ring gestanden", lautete die überraschende Ergänzung. "Das ist ja der Hammer, das wusste ich gar nicht", zeigte sich der Neustädter sprachlos und reichte das Mikrofon an seinen Gast weiter.

Der war nicht etwa in "feinem Zwirn" und nur zum Guten-Tag-Sagen gekommen, sondern hatte den Trainingsanzug angezogen, um mit den kleinen und großen Neustädter Boxern die ein oder andere Übung durchzuziehen. Von Berührungsängsten konnte keine Rede sein. Sdunek fand problemlos den richtigen Ton. Er schickte die ganze "Meute" erst einmal auf ein paar Laufrunden durch die Halle und demonstrierte in der Folge anschaulich, was er von seinen Schützlingen auf Zeit sehen wollte: "Mensch, jetzt komme ich doch selbst ins Schwitzen. Ich muss erst einmal meine Jacke ausziehen." Schließlich wartete ja noch der Höhepunkt des Abends. Sdunek stieg in den improvisierten Ring, zog die Tatzen an und bat zum "Tanz". Vom jüngsten Mitglied der Abteilung, dem 8-jährigen Jan Kerstindotter, über die 18-jährige norddeutsche Vizemeisterin Laura Hildebrandt bis hin zu Routinier Dennis Peters (39): Diese Chance wollte sich niemand entgehen lassen. "Wenn man bedenkt, wer an diesen Tatzen schon alles dran war, ob die Klitschkos oder ein Felix Sturm, das ist beeindruckend", fasste Marcel Siegismund zusammen und sprach damit sicher allen Vereinskollegen aus der Seele. Obwohl Fritz Sdunek ständig in Bewegung war, schien er kaum aus der Puste und lieferte dafür eine aus seiner Sicht einfache Erklärung: "Das Boxen ist eine der am besten geeigneten Sportarten, wenn es um die allgemeine körperliche Fitness geht." Dem Weltmeister-Macher blieb auch gar keine Zeit zum Ausruhen. Zahlreiche Erinnerungsfotos fürs private Album wurden geschossen und alle Autogrammwünsche geduldig erfüllt. Anschließend saß man in geladener Runde im Clubraum der Sporthalle beisammen. Der 65-Jährige stand den vielen Fragen Rede und Antwort und hatte darüber hinaus jede Menge Anekdoten und Geschichten aus der großen, internationalen Sportwelt parat. Letztlich war aus der Stippvisite ein abendfüllendes Programm geworden. Die Uhr zeigte 23.30 Uhr, als sich Fritz Sdunek auf den Weg machte in sein Pensionszimmer vor Ort. "Ich komme sehr gerne wieder nach Neustadt-Glewe", verabschiedete er sich am nächsten Morgen nach einem gemeinsamen Frühstück von Gerrit Elfert - das klang wie ein Versprechen.

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