Ludwigslust : In voller Montur die Treppen hoch

Harter Wettkampf: In kompletter Schutzausrüstung muss Tobias Thees 19 Kilogramm Schlauch in den dritten Stock bringen.
Harter Wettkampf: In kompletter Schutzausrüstung muss Tobias Thees 19 Kilogramm Schlauch in den dritten Stock bringen.

Im Thema der Woche geht es um die Landesfeuerwehrwettkämpfe in Ludwigslust Heute: Firefighter Combat Challenge

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19. August 2019, 05:00 Uhr

Großaufgebot der Feuerwehr am Wochenende in Ludwigslust. Diesmal nicht wegen eines Brandes, sondern für ein Kräftemessen. Erstmals finden die Landesfeuerwehrwettkämpfe des Landesfeuerwehrverbandes und der Landesjugendfeuerwehr zeitgleich an einem Ort statt. Wir begleiten den Aufbau der Wettkampfstätten, stellen einige Disziplinen und Starter aus unserer Region vor. Heute: „Firefighter Combat Challenge“.

Schutzhose und -jacke für den Innenangriff, Feuerwehrstiefel, Handschuhe, Helm. Und auf den Rücken schnallt sich Tobias Thees noch die Druckluftflasche. Jetzt ist der Techentiner fertig für sein Training. Am Sonnabend startet er bei der „Firefighter Combat Challenge“ und muss dort – wie alle anderen Wettkämpfer auch – in kompletter Schutzkleidung laufen. Dazu gehört dann auch noch die Atemschutzmaske mit angeschlossenem Druckluftbehälter, auf die er beim Training noch verzichtet.

„Firefighter Combat Challenge“ ist aus einem Test für Feuerwehrleute entstanden, der Mitte der 1970er-Jahre in den USA entwickelt worden war. Er vereint die fünf häufigsten Aufgaben im Brandschutz. „Zuerst läuft man mit einem 19 Kilogramm schweren Schlauchpaket ins dritte Stockwerk“, erklärt Tobias Thees. „Oben zieht man dann ein weiteres 19-Kilogramm-Schlauchpaket an einem Seil hoch.“ Anschließend geht es wieder nach unten, wo die Starter mit einem vier Kilogramm schweren Hammer ein rund 71 Kilogramm schweres Gewicht über eine bestimmte Distanz schlagen müssen. „Nach einem Schlängellauf ziehen wir einen bereits mit Wasser gefüllten Schlauch über rund 23 Meter“, erklärt der Techentiner weiter. „Dann müssen wir mit dem Wasserstrahl ein Ziel treffen.“ Zum Abschluss muss eine knapp 80 Kilogramm schwere Puppe gezogen werden. Ein extrem anstrengender Wettkampf, der viele Starter an ihre Grenzen bringt. „Ich hatte mir öfter mal Videos angeschaut und war fasziniert“, erinnert sich Tobias Thees, wie er zu dieser Disziplin kam, und ergänzt: „Es ist die Sportart, die am meisten mit der echten Feuerwehrarbeit zu tun hat.“

Wie lange der 24-Jährige bei seiner Challenge brauchen wird, weiß er nicht. Für ihn wird es der erste Wettkampf in dieser Disziplin sein. Und nur einmal, als er mit Güstrower Sportlern an der Landesschule für Brandschutz MV in Malchow trainierte, konnte er einen echten Lauf absolvieren. Zu Hause in Techentin muss er improvisieren und kann nur einzelne Aufgaben üben. So zieht er das Schlauchpaket am Turm fürs Hakenleitersteigen in die Höhe. Und den Schlauch, den er hinter sich herziehen muss, beschwert er nicht mit Wasser, sondern mit weiteren Schläuchen. Immerhin: Beim Treppensteigen in voller Montur hat der 24-jährige Familienvater schon Erfahrung. Zweimal schon hat er beim „Firefighter Stairrun“ in Berlin mitgemacht. „Dort geht es 39 Etagen und 770 Stufen nach oben.“

In der Gesamtwertung sieht Tobias Thees keine Chance, ganz vorn zu landen. „Aber vielleicht unter den Startern aus dem Städtedreieck“, sagt er. Allerdings wartet auf den Rettungssanitäter noch eine weitere Herausforderung. Er hat in der Nacht vor der Landesmeisterschaft und in der Nacht danach Nachtschicht.

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