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Unwetterbilanz : In nur einer Stunde soff halb Hagenow ab

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Feuerwehren die ganze Nacht im Dauereinsatz / Viele Keller liefen voll

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Kurz nach 21 Uhr zog die Gewitterwand von zwei Seiten über Hagenow herauf, wenig später gab es Land unter in weiten Teilen der Stadt. Eine wahre Flut ergoss sich aus dem Himmel. Besonders stark betroffen waren die Bahnhofstraße, der Bereich nach Hagenow Heide, natürlich der Tunnel unter der Eisenbahn, Teile der Steegener Chaussee. „Nach unserer Radarmessung hat es in Teilen Hagenow und südlich davon am Sonntag Abend Regenmengen von 40 bis 50 Litern auf den Quadratmeter in der Stunde gegeben“, berichtete Thomas Endrulat, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Potsdam. Zwischen Grabow und Karstädt soll es östlich der B 5 ebenfalls 50 Liter gegeben haben. Zum Vergleich das Mittel für einen ganzen Monat liegt bei uns in der Region etwa bei 60 Litern auf den Quadratmeter.


Kanalisation war komplett überfordert


Bei diesen Regenmassen waren Straßenkanalisation und normale Gräben völlig überfordert. Ganze Straßenzüge waren überschwemmt, Keller liefen voll. Für Hagenows Wehr bedeutete das Unwetter praktisch ab 21 Uhr am Sonntag bis gestern Mittag Dauereinsatz mit allen Kräften. „Das war einer der wenigen Fälle, wo nicht ein Auto mehr in der Halle stand“, erzählte Wehrführer Jan Meyer gestern unserer Redaktion.

Zunächst gab es eine Meldung über einen Schaden in einem Elektro-Laden in der Schweriner Straße, dann lösten gleich zweimal Brandmelder im Bereich der Steegener Chaussee aus, vermutlich durch das Wetter bedingt. Wenig später kam dann die Flut. Teile der Steegener Chaussee waren so überflutet, dass die Straße teilweise unpassierbar war. An vielen Stellen stieg das Wasser über die Bordsteinkanten. Komplett abgesoffen war der Tunnel in Hagenow Heide, dort sollen sich nach ersten Berichten auch zwei Autos festgefahren haben. Auch die extra installierten Pumpen an dieser neuralgischen Stelle funktionierten teilweise nicht oder waren überfordert.

Schlimm erwischte es auch den Bereich am Eichenweg sowie den Bereich der Bahnhofstraße und die Lindenallee. Die Straßen konnten nur im Schrittempo passiert werden, etliche Keller liefen voll, das Wasser sprudelte aus den Gullydeckeln.

Trotz des Wasseransturms blieb das Hagenower Klärwerk die ganze Zeit funktionsfähig. Der Zwischenspeicher mit 1500 Kubikmetern war schnell voll, ungeklärt lief dennoch nichts ab, erklärte ein Mitarbeiter gestern.

Mehr als 30 Einsätze kamen für die Kameraden der Hagenower Wehr bis gestern Vormittag zusammen. Und die Hagenower bekamen dauerhaft Hilfe von den Wehren aus Strohkirchen, Pätow/Steegen, Kuhstorf und Toddin sowie von den Lübtheenern und den Wittenburgern. Dort regnete es an vielen Stellen zwar auch, das Unwetter blieb aber eng auf Hagenow begrenzt.

Das Parkhaus am Penny-Markt in der Möllner Straße lief komplett voll und musste bis gestern Mittag ausgepumpt werden. Ob die Wagen, die im Parkhaus standen, beschädigt waren, stand gestern noch nicht fest. Jedenfalls musste sich die Feuerwehr erst einmal eine Stelle zum Einleiten suchen, die Straßenentwässerung war gestern immer noch überfordert.

Einen Überblick über die Schäden konnte es gestern nicht geben. Viele Keller mit Heizungsanlagen müssen noch überprüft werden, im Penny-Markt selbst kamen 19 vollgesogene Deckenplatten herunter. Woher das Wasser aus der Decke kam, ist noch unklar.

Für die Polizei waren die Vorfälle am späten Sonntag Abend keine besonderen Einträge wert.

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