Göhlen : In Fahrradwerkstatt des Opas als Heizungsbauer gestartet

Volker Hansen (r.) mit Sohn Christoph (l.) und den anderen Mitarbeitern Wolfgang Täufert (2.v.r.) und Marek Aßmann.
Volker Hansen (r.) mit Sohn Christoph (l.) und den anderen Mitarbeitern Wolfgang Täufert (2.v.r.) und Marek Aßmann.

Volker Hansen aus Göhlen hat sich noch zu DDR-Zeiten selbstständig gemacht und feiert jetzt 25-Jähriges / Sohn Christoph tritt in Fußstapfen des Vaters

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28. März 2014, 16:59 Uhr

Als Volker Hansen den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, musste er sich um die Zahlungsmoral seiner Kunden keine Gedanken machen. „Unser Problem war damals nicht das Geld, sondern die Materialbeschaffung“, erzählt der Göhlener. Meist habe er deshalb mit Kundenmaterial gearbeitet, das diese für ihr Bauvorhaben zugeteilt bekommen hatten. Volker Hansen eröffnete seinen Fachbetrieb für Bad und Heizung am 1. April 1989, als das Ende der DDR noch nicht absehbar war. Am Dienstag feiert der Ingenieur sein 25-jähriges Betriebsjubiläum. Mit dabei auch sein Schwager Wolfgang Täufert, Mitarbeiter von der ersten Minute an.

Sich selbstständig zu machen, sei zu DDR-Zeiten nicht ganz einfach gewesen. Doch mit einem Trick schaffte es Volker Hansen innerhalb von einem Jahr. „Mein Großvater hatte auf unserem Grundstück von 1924 bis 1959 eine Fahrrad- und Motorradwerkstatt, und so machten wir aus der Firmengründung eine Wiedereröffnung“, berichtet der 52-Jährige. Die Preise für die Montage waren staatlicherseits festgelegt und gerade für Privatkunden stark subventioniert. Die Stundensätze lagen deutlich unter denen der Feierabend-Arbeit. „Aber einen Handwerker hat man ja kaum bekommen“, so Hansen.

Nicht einmal ein Jahr nach dem Start musste sich Volker Hansen völlig umstellen. Um die neuen Materialien und die Technik kennen zu lernen, arbeiteten er und sein Mitarbeiter noch vor der Währungsunion kurz in Westfirmen. Netter Nebeneffekt: Sie hatten schon frühzeitig ein paar D-Mark verdient. Anschließend machten sie sich in der Heimat an die Arbeit, die es reichlich gab. „Der Nachholebedarf war groß“, sagt Volker Hansen. „Zu Anfang haben wir vor allem Heizungen eingebaut.“ Ab der Jahrtausendwende rückte dann der Umbau von Bädern stärker in den Mittelpunkt der Arbeit, die Hansen derzeit mit insgesamt drei Beschäftigten erledigt. Seit vergangenem Jahr steige wieder der Bedarf an neuen Heizungen. „Die ersten Thermen, die wir eingebaut haben, sind jetzt ja auch schon 20 bis 24 Jahre alt.“

Noch denkt Volker Hansen zwar nicht an den Ruhestand, aber ein Nachfolger steht schon bereit. Sohn Christoph hat 2011 seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Heizung, Sanitär und Klimatechnik mit sehr guten Leistungen vorzeitig abgeschlossen. Im gleichen Jahr gewann er den Landeswettbewerb seiner Zunft. Vor einem Jahr hat er seinen Meisterbrief bekommen – als 21-Jähriger. „Ich bin stolz, dass Christoph so erfolgreich in meine Fußstapfen tritt“, sagt Volker Hansen. Immerhin gebe es für junge Leute heutzutage so viele andere Möglichkeiten.

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