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Heimatforschung : In Eldenaer Sagenwelt eingetaucht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Zuhörern erfuhren von Heimatforscher Hans Ulrich Thee in geselliger Runde, was es mit der Wolfsgrube bei Güritz auf sich hat

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2016 | 17:00 Uhr

Sagen sind in allen Landstrichen zu finden. Den so fantastischen Geschichten liegen reale Beobachtungen und Empfindungen zugrunde. Nicht-Erklärbares regte die Fantasie der Menschen an, wurde beim Weitererzählen von Generation zu Generation ausgeschmückt.

Um unsere Ortssagen zu verstehen, muss man bedenken, dass unser Land dünn besiedelt war, bedeckt von undurchdringlichen Wäldern mit wilden Tieren wie Wölfen, durchzogen von Mooren, die Menschen versacken und auf immer verschwinden ließen. Wege und Stege gab es kaum. Irrlichter verunsicherten, Nebelschwaden verunklärten.

Aus dieser anderen Welt hörten jüngst die Güritzer auf dem Margaretenhof. Hans Ulrich Thee, ein Leben lang seinem Heimatort treu geblieben, verschrieb sich der Heimatforschung und zeichnete dadurch auch zahlreiche Sagen aus der Gemeinde und Umgebung auf.

Es war den Zuhörern ein Vergnügen von der Wolfsgrube bei Güritz zu erfahren, als zwei Musikanten mit ihren Fiedeln spät in der Nacht von einer Bauernhochzeit vom Eulenkrug heim gehen wollten und einem eigenartigen Mannsbild begegneten. Die Musiker erschraken, als sie auf der Lichtung den hinkenden Pferdefuß entdeckten noch dazu wackelte die Gestalt mit einem langen Schwänzlein. Donnerstags erschien die Nacktbusige am Fels – diese Sage aus Krohn berichtet von einem mächtigen Findling am Wiesenrand, der sein Haupt trotzig aus dem moorigen Boden streckte. Diesen Stein hatte sich eine anmutige Wassernixe mit langem flachsblonden Haar, von den Krohnern deshalb die Nacktbusige genannt, als Platz auserkoren. Die Dorfbewohner hielten die Wassernixe für eine verwunschene Prinzessin und nannten darum die Wiese fortan Prinswischen. Sagen verhalfen uns deshalb auch häufig zu eigentümlichen Flurnamen. Mit einem gemütlichen Kaffeetrinken ließen die Interessierten den Nachmittag ausklingen. Dora und Astrid Büring sorgten wieder für ein behagliches Flair. Alle Gäste bedanken sich herzlich.


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