Ludwigslust : In der Schwarzlichtbox liegen Keime auf der Hand

Überprüfen der Hände-Sauberkeit in der Schwarzlichtbox. Als Beobachter dabei: Juliane Graap (r.) und Ilona Jungbluth.
Überprüfen der Hände-Sauberkeit in der Schwarzlichtbox. Als Beobachter dabei: Juliane Graap (r.) und Ilona Jungbluth.

Körperpflegeprojekt der Schulsozialarbeit am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises in Ludwigslust / Präventionsarbeit mit Hilfe von Fachleuten aus der Region

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05. Dezember 2013, 07:00 Uhr

Ilona Jungbluth ist seit 15 Jahren Schulsozialarbeiterin an der Beruflichen Schule Ludwigslust, dem jetzigen Regionalen Beruflichen Bildungszentrum. Das Hauptaugenmerk ihrer und der Arbeit ihres Kollegen liegt in den Berufsvorbereitungsklassen. Dabei hat die Einzelfall-Hilfe höchste Priorität. Dennoch spielt auch Prävention zu den unterschiedlichsten Themen eine große Rolle – zum Beispiel Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Tod im Straßenverkehr, Umgang mit legalen und illegalen Drogen, Gewalt, Miteinander umgehen. Sicherheit im Internet ist ein großes Thema geworden, zum Beispiel Cybermobbing.

„Ein ganz persönliches Thema läuft zur Zeit: Wie gehe ich mit meinem Körper um?“, informiert Ilona Jungbluth. „Für zwei Klassen der Berufsvorbereitung habe ich ein Projekt organisiert.“, so die Schulsozialarbeiterin. Dazu bekommt sie kompetente Hilfe von Fachkräften. „In mehrerlei Hinsicht ist dieses Thema für unsere Schüler sehr relevant“, unterstreicht sie. Ihr ist immer wieder aufgefallen, dass viele nicht genug darüber wissen. Stichworte sind Verhütung oder allgemeine Körperpflege. In diesem Schuljahr sei das wieder einmal ein großes Problem, und einzelne Schüler müssten nicht nur geduldet, sondern auch begleitet werden. Themenschwerpunkte, die behandelt werden, sind die Pflege des eigenen Körpers, wobei Juliane Graap vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises unterstützt. Das Thema Familienplanung und Schwangerschaft wird von Andrea Milkau vom DRK aus Hagenow begleitet. Und dann geht es noch um Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten wie Aids. Dazu gehen die Schüler in die Beratungsstelle Pro familia in Ludwigslust. „Dort haben wir mit Unterstützung der Beraterinnen Melanie Eichler und Julia Heinrich die Möglichkeit, das Jungs und Mädels getrennt in Gruppen arbeiten können.“, erklärt Ilona Jungbluth. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Schulleitung und dem Landkreis würden solche Projekte in dem Umfang erst möglich. „Wir bedanken uns bei allen Partnern für die Unterstützung.“, so die Schulsozialarbeiterin.

Juliane Graap vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises ist an diesem Morgen in die Schule gekommen. Sie arbeitet dort unter anderem als Koordinatorin für Gesundheitsförderung. In dieser Eigenschaft betreut sie Projekte in Schulen und Kindergärten. Da geht es zum Beispiel um das Thema „Hände waschen – na klar!“ Dazu hat sie die Schwarzlichtbox mitgebracht, die schonungslos zeigt, wo die Schmutzstellen an den Händen sind. „Mit der Box will ich den Schülern vermitteln, wie die Übertragungswege von Keimen sind. Bevor ich in die Klasse gehe, werde ich mir eine Testlotion auf die Hände streichen und die Schüler dann mit Handschlag begrüßen“, erklärt die Landkreis-Mitarbeiterin ihr Vorgehen. „Wir werden dann in der Schwarzlichtbox schauen, wie zum Einen meine Hände aussehen. Die Schüler haben dann noch die Möglichkeit, ihre Hände ebenfalls in die Box zu halten, um zu sehen, was bei ihnen angekommen ist“, so die Fachfrau weiter. Damit will sie ins Gedächtnis rufen, dass sich auf den Händen eine Vielzahl von Keimen befinden und dass das Händewaschen nach wie vor ein wichtiges Thema ist. Mit allem, was damit zusammen hängt, zum Beispiel dem Schutz vor Krankheiten gerade in der Grippe-Saison.

Wie kann ich mich und meine Familie schützen? Was gehört zur Körperhygiene? „Das Rauchen werde ich ansprechen, das manchmal Auslöser für Mundgeruch ist. Man will Kontakt zu anderen haben, und das kann dann schon abschrecken. Vielleicht können wir die Schüler dahin bringen, das Bewusstsein dafür zu entwickeln. Etwa: Woran liegt es denn, dass ich keine Freunde habe? Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht so einen tollen Eindruck auf meine Mitmenschen mache? Und wie kann ich das mit ganz einfachen Mitteln verbessern?“, umreißt Juliane Graap das Spektrum der Themen, bevor das Klingelzeichen ertönt und sie in den Unterricht geht.

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