Schloss Ludwigslust : In den Gemächern des Herzogs

Im barocken Kleid begrüßt Ursula Hahn die Besucher im Goldenen Saal des Schlosses Ludwigslust..
1 von 3
Im barocken Kleid begrüßt Ursula Hahn die Besucher im Goldenen Saal des Schlosses Ludwigslust..

Endlich geöffnet für Besucherverkehr: mehr als 4000 Neugierige schauten sich den restaurierten Ostflügel des Ludwigsluster Schlosses an

von
06. März 2016, 20:45 Uhr

„Es ist der Hammer, dass man sich in Mecklenburg-Vorpommern so tolle Sachen anschauen kann.“ Martin Jost ist begeistert. Mit einem Freund steht der 32-Jährige in einem der Gästeappartements im Schloss Ludwigslust und bewundert die Handwerkskunst an einem Kamin. „Und sogar Canaletto hängt hier“, fügt er mit Blick auf die Gemälde in der Bildergalerie hinzu. „Es ist der Wahnsinn.“

Martin Jost gehörte gestern zu den mehr als 4000 Besuchern, die gleich am Tag der Wiedereröffnung den restaurierten Ostflügel der einstigen Residenz der Herzöge Friedrich und Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin sehen wollten. Und die darin ausgestellten Wachsreliefs, Elfenbeinschnitzereien, herzoglichen Jagdwaffen, Uhren, Büsten, Gemälde und anderen Werke aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Rund 12,8 Millionen Euro waren in die denkmalgerechte Restaurierung der Räume geflossen. Marketeriefußböden und Kronleuchter wurden restauriert, Stuck- und Schmuckelemente sowie Raumfassungen wie Tapeten oder textile Wandbespannungen nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Dazu beauftragte der landeseigene Baubetrieb BBL seit 2011 rund 150 Firmen, Büros und Restauratoren. „60 Prozent davon haben ihren Sitz im Land“, wie BBL-Sprecher Christian Hoffmann betonte. Weitere 2,5 Millionen Euro flossen in die museale Gestaltung, die das Staatliche Museum Schwerin zusammen mit der renommierten „arge gillmann schnegg“ aus Basel konzipiert hatte.

Die jüngsten Schlossbesucher bekamen gleich am Eingang einen Laufzettel, um im ganzen Haus, auf Gemälden und Schmuckelementen Tierbilder zu finden. „Und um im Goldenen Saal herauszufinden, womit Kinder früher gerodelt sind“, erzählt Conny Schmidt aus Neustadt-Glewe, die mit ihrer ganzen Familie gekommen war. „Eine tolle Idee, von der auch ich profitiere. Denn viele Dinge wären einem sonst gar nicht aufgefallen.“ Übrigens: Als Rodelgerät entdeckten die Schmidts einen umgedrehten Tisch. „Trotz allen goldenen Glanzes waren es auch ganz einfache Menschen“, schlussfolgert die Neustädterin.

Im russischen Zimmer begrüßen zwei Kammerzofen die Besucher. Britta Hisek und Sabine Hodgson sind extra aus Hamburg angereist, um das Schloss stilecht mit Leben zu erfüllen. „So etwas macht uns Spaß“, sagt Sabine Hodgson. „In Hamburg haben wir ja leider kein Schloss.“

Nach ihrem Rundgang durch die Gemächer des Herzogs in der Beletage und die Gästeappartements vermissen viele Besucher noch etwas: die Gemächer der Herzogin. Doch diese repräsentativen Räume befinden sich im unsanierten Westflügel. Abhilfe ist aber in Sicht, denn die Restaurierung ist bereits beschlossene Sache. Derzeit läuft nach Aussage von BBL-Sprecher Hoffmann bereits die Auswahl des Planungsbüros.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen