Warlow : Im Urlaub zur Arbeit nach Warlow

Petra und Gerald Dorweg bei Arbeiten unter dem Dach ihres Hauses in der Gartenstraße 3 in Warlow, das künftiger Alterswohnsitz der Bayern werden soll.
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Petra und Gerald Dorweg bei Arbeiten unter dem Dach ihres Hauses in der Gartenstraße 3 in Warlow, das künftiger Alterswohnsitz der Bayern werden soll.

Petra und Gerald Dorweg aus dem Landkreis Dachau im Freistaat Bayern setzen Sanierung ihres künftigen Alterswohnsitzes fort

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17. Mai 2017, 07:00 Uhr

Im Dachgeschoss des alten Hauses in der Gartenstraße 3 in Warlow sind Stimmen zu hören. Petra Dorweg und ihr Mann Gerald sind dabei, die alten Dachziegel abzunehmen. Ist die Schubkarre voll, fährt sie Gerald Dorweg zum hinteren Teil und entsorgt sie in den Container, der vor dem Haus steht. Und daneben steht ein Wohnmobil mit Dachauer Kennzeichen – die Anwohner in der Gartenstraße wissen schon, wem er gehört. Die Dorwegs sind wieder da. Arbeiten im Urlaub – heißt es aktuell wieder für das bayerische Ehepaar, das sich hier sein Haus in der Warlower Gartenstraße zum Alterswohnsitz ausbaut. Aber warum wollten Bayern ins mecklenburgische Warlow ziehen? „Schuld daran ist eigentlich meine Frau“, schmunzelt Gerald Dorweg. „Sie wollte was in Mecklenburg-Vorpommern finden“, sagt der 57-Jährige, der aus Landshut kommt. Dorwegs haben sich in unserem Bundesland von Rügen bis Plau am See umgesehen, waren auch am Schaalsee. Doch letztlich hat sie Warlow als Gemeinde mit all ihren Vorzügen überzeugt.

Im Oktober vergangenen Jahres, als SVZ das Ehepaar aus dem Landkreis Dachau das erste Mal besuchte, waren die beiden gerade mit Sicherungsarbeiten am maroden Dach beschäftigt.

Inzwischen sind rund sieben Monate vergangen und es hat sich schon allerhand getan. „Wir haben das Haus erst einmal entkernt“, sagte Gerald Dorweg. Der gelernte Sanitärinstallateur, der auch einen Meisterbrief hat, kennt sich auch mit anderen Gewerken gut aus. Der 57-Jährige ist Bauleiter für Tiefbau, Gas und Wasser und da kommen ihm handwerkliche Fähigkeiten beim Sanieren des aus dem Jahre 1880 stammenden Hauses natürlich zugute.


Dachbalken schon erneuert


„Die alten Sauerkrautplatten aus dem Dachstuhl haben wir herausgenommen. Einen kaputten Balken in der Mitte des Daches haben wir schon erneuert, weitere neue Balken werden ebenso eingebaut. Der Dachstuhl wird komplett erneuert“, ergänzt die gelernte Bankkauffrau. „Die alten Ziegel werden durch neue ersetzt und wir hoffen, dass wir im Oktober das Dach fertig haben“, ergänzt Gerald Dorweg. Unterstützung erhalten die beiden von Horst Marquard, einem Nachbarn, der in der Straße der Jugend wohnt und zu dem alten Haus eine ganz besondere Beziehung hat. „Das Haus war ein alter Häuslerkaten und hat früher mal meinen beiden Schwagern gehört“, so der rüstige Senior. „Ende der 50-er Jahre habe ich mitgeholfen, das Haus, das damals eine Scheunendiele hatte und an einen Schweinestall grenzte, mit umzubauen.“

Für Petra und Gerald Dorweg heißt es in den nächsten Wochen richtig zuzupacken, denn sie wollen viel schaffen. „Ja, wir sind da jeden Tag beim Arbeiten, wir ziehen da auch am Wochenende durch. Keine Zeit zur Erholung“ schmunzelt Gerald Dorweg. Und zu Pfingsten? „Da kommen unsere Kinder zu Besuch und helfen uns hier mit“, lacht Petra Dorweg. In den Wochen, in denen das Ehepaar aus dem Freistaat Bayern hier in Warlow anzutreffen ist, haben die Dorwegs schon Kontakte geknüpft. „Wenn ich mit unserem Hund dreimal am Tag die Runde mache, komme ich schon mal mit dem einen oder anderen ins Gespräch“, so Petra Dorweg. Ehemann Gerald hofft, dass in vier Jahren das Haus soweit fertig ist, dass die Dorwegs einziehen können. „Unsere Freunde, Bekannten und Verwandten haben damals gesagt, was tut ihr euch da an, ihr seid verrückt, als wir uns entschlossen, uns im Norden einen Alterswohnsitz zu suchen“, lachte Petra Dorweg. „Aber irgendwo muss man ja auch positiv verrückt sein, um so etwas zu machen. Und das ziehen wir jetzt auch durch.“

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