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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 12:25 Uhr

Ludwigslust : Im Stellencafé auf Jobsuche

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Beratung bei einer Tasse Kaffee: Angebot von Jobcenter und Agentur für Arbeit in Ludwigslust nutzten mehr als 90 Männer und Frauen aus der Region

von
erstellt am 09.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Gido Barkow aus Grabow ist auf Jobsuche, Der 40-Jährige, eigentlich gelernter Betonbauer, war 13 Jahre lang als Lkw-Fahrer beschäftigt. Er war viel nachts unterwegs, der Stress, der Termindruck, wenig Bewegung und viele andere Faktoren taten in der Summe ihr übriges. Vor zwei Jahren erlitt er einen Schlaganfall, konnte seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. In Nachtschichten könne er aufgrund seiner gesundheitlichen Belastung nun nicht mehr arbeiten, ansonsten wäre aber von 4 bis 20 Uhr alles möglich.

Seit April 2016 bemühte sich Gido Barkow um eine neue Arbeit, schrieb viele Bewerbungen, fragte bei Firmen nach. Doch bislang ohne Erfolg. Oft störte den 40-Jährigen auch die Art und Weise, wie seine Bewerbung abgelehnt wurde, fühlte er sich abgestempelt.

Gestern nun kam er ins Stellencafé in das Haus der Agentur für Arbeit in Ludwigslust, wo sich die Besucher dann in aller Ruhe bei einer Tasse Kaffee über Angebote informieren können. Im Jahre 2012 ist dieses Angebot für Jobsuchende zusammen mit dem gemeinsamen Arbeitgeberservice als Beratungskonzept ins Leben gerufen worden. Veronika Sohra, Teamleiterin Gemeinsamer Arbeitgeberservice Landkreis Ludwigslust-Parchim, war gestern als Beraterin mit vor Ort in Ludwigslust und will Gido Barkow helfen. Sie schaut auf ihren Computer, klickt die Liste der Jobangebote durch. „Sie haben sich für die Stelle als Schlepperfahrer in der Landwirtschaft interessiert“, fragte Veronika Sohra nach. „Hier habe ich ein Unternehmen, da würde die Erfahrung als Lkw-Fahrer ausreichen.“ Eine renommierte Firma aus dem Gewerbegebiet Valluhn-Gallin sucht Leute im Bereich Lager und Verpackung, ein anderes Unternehmen hat Bedarf an Staplerfahrern. „Stapler fahre ich, aber ich habe keinen Staplerschein“, so der Grabower. „Aber den kann man ja machen.“ Gido Barkow möchte unbedingt wieder ins Arbeitsleben zurück, denn er möchte nicht in Hartz IV abrutschen. Der Grabower hat sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten querbeet in vielen Branchen und Bereichen beworben. „Vieles kann man lernen und sich in eine neue Tätigkeit einarbeiten, aber bislang habe ich leider keine Chance dazu bekommen.“

Beworben hat sich Gido Barkow u.a. in einem Krankenhaus, bei einem Bestattungsinstitut, hat im Handel nachgefragt, ob er Regale einräumen könne. „Beworben habe ich mich auch bei einer Zeitarbeitsfirma, aber auch da hatte ich ebenso keinen Erfolg.“


Vier Jobangebote für Grabower ausgesucht


Für ihn ist der Besuch des Stellencafés ein weiterer Versuch, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. „Die Rentenkasse ermöglicht mir eine berufliche Rehabilitation, dass heißt, Firmen, die mich einstellen, erhalten dann eine finanzielle Unterstützung, weil ich ja gesundheitlich eingeschränkt bin. Aber einige Bewerbungen laufen ja noch.“

Währenddessen hat Veronika Sohra vier Angebote ausgedruckt und sie Gido Barkow mitgegeben. „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg“, sagt Veronika Sohra, als sie sich von Gido Barkow verabschiedet.

Mehr als 90 Männer und Frauen haben gestern das Angebot des Stellencafés genutzt, lässt sich Petra Weis im SVZ-Gespräch vernehmen. Die Veranstaltung richtet sich an Kunden des Jobcenters und der Agentur für Arbeit. „Viele von ihnen waren schon vor um 10 Uhr da, bis um 12 Uhr waren sechs Beraterinnen und ein Berater im Einsatz“, so die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Sie ist zuständig für den gesamten Arbeitgeberservice des Landkreises Ludwigslust-Parchim. „An allen Standorten des Jobcenters in Parchim, Lübz, Sternberg, Ludwigslust sowie Hagenow haben wir an den Info-Tafeln rund 100 bis 120 Stellenangebote ausgehängt. Querbeet aus allen Branchen. Darüber hinaus konnte sich jeder in einem Beratungsgespräch Details zu den Angeboten holen“, berichtete Petra Weis.

Gestern waren auch viele Interessierte gekommen, die nach beruflichen Alternativen suchen, die sich verändern wollen, weil sie vielleicht nicht mehr pendeln möchten. „Dieses Beratungsangebot wird schon von Beginn an gut angenommen“, so Petra Weis. Heute haben Jobsuchende noch einmal in Parchim Gelegenheit, beim Stellencafé vorbeizuschauen.

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