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Ludwigsluster Tageblatt

25. September 2017 | 21:00 Uhr

Ludwigslust : Im Schritttempo über die Pyrenäen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Jakob-Friedrich Günther und Hannes Böttcher haben auf ihrer Tour von Gibraltar nach Ludwigslust inzwischen Frankreich erreicht

Einmal mit dem Fahrrad von Gibraltar bis in die Griese Gegend fahren – das ist der Traum von Jakob-Friedrich Günther (23) und Hannes Böttcher (25). Beide sind Studenten, die sich aus gemeinsamen Schultagen am Goethe-Gymnasium in Ludwigslust kennen und in einer WG in Berlin wohnen. Sie berichten regelmäßig von ihrer Tour:

„Vier Wochen sind wir nun schon unterwegs, haben das spanische Festland, die Pyrenäen sowie 2200 Kilometer hinter uns gelassen und befinden uns in der Halbzeit der Fahrradtour. Trotz des kompletten Wetterspektrums, das von 27 Grad Celsius und drückender Hitze bis hin zu neun Grad Celsius mit heftigem Regen und Gegenwind reichte, sind wir in Bordeaux, der „Weinstadt“ im Süden Frankreichs , angekommen und verbringen hier nun einige Tage.

Nach den sonnigen Tagen an der „Costa del sol“ stand uns nach Gibraltar das große spanische Festland mit all seinen Bergen und Wüsten bevor. Um sehenswerte Städte wie Sevilla, Toledo, Madrid sowie Burgos zu besichtigen und gleichzeitig die touristische Mittelmeerküste zu umfahren, wählten wir einen Weg direkt durch das Land. Diese Route zeichnete sich durch sehr viel dünn besiedeltes Gebiet aus, wobei uns vor allem die Region Extramadura südlich der Hauptstadt mit ihren vereinzelten Dörfern und der sehr kargen Landschaft beeindruckte. Teilweise überkam uns das Gefühl, eine Karawane zu sein, die alle 50 Kilometer glücklicherweise ein Dörfchen ausfindig macht, um nach Wasser zu fragen. Nach sieben Tagen erreichten wir das Zentrum Spaniens und somit die alte Hauptstadt des Landes. Toledo war ein Ziel unserer Reise, das uns mehrfach empfohlen worden war. Es war spannend zu sehen, wie sich die Geschichte Spaniens mit Kriegen und Besetzungen durch die Eroberer in diesem Stadtkern widerspiegelt.

Anschließend erholten wir uns in Madrid und gönnten unseren Beinen eine wohlverdiente Pause, waren aber auch froh, das Großstadtgewusel zeitig Richtung Norden zu verlassen. Wir machten uns auf den Weg nach Burgos, eine Stadt, die uns durch die dortigen Pilgerer auf dem Jakobsweg und den berühmten Dom in Erinnerung bleibt. Danach stand eine psychische Herausforderung bevor: die Pyrenäen! Wir kämpften uns durch das hügelige Baskenland, das durch die Lage am Atlantik und die schroffen Felsen wunderschön, aber wettertechnisch sehr abwechslungsreich war. So ließen wir die Sonnenetappen hinter uns und packten die Sonnencreme zu den nicht so oft benötigten Sachen tiefer in die Tasche. Zusätzlich stellten wir uns auf kilometerlange Anstiege in Schrittgeschwindigkeit ein und genossen die Aussichten auf das alpenähnliche, stolze Baskenland.

Nach jedem gemeisterten Gipfel fühlte es sich umso besser an, während der Abfahrt schneller zu sein als die Spitzengeschwindigkeiten unserer alten Simsons aus Jugendzeiten. Nach einem kurzen Aufenthalt in Bilbao kämpften wir uns durch die letzten Ausläufer der Pyrenäen und verließen kurz hinter der wahrscheinlich schönsten Stadt Spaniens, San Sebastian, die Iberische Halbinsel nach dreieinhalb Wochen. Hinter der Grenze erwartete uns das lang ersehnte, vertraute Flachland. Beflügelt von den Bergetappen durchquerten wir es in kürzester Zeit mit Tagesrekorden von bis zu 185 Kilometern. Natürlich konnten wir hier auch genug Pausen einlegen, um in den Surfstädten an der Atlantikküste den Wellenreitern zuzuschauen. Unser nächstes größeres Ziel heißt nun Paris, bevor es dann über das Rheinland zurück in die heimischen Gefilde geht. Wir sind gespannt, was wir bis dahin alles noch erleben werden.“

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