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Wöbbelin : Im Kampf gegen Raupen: Natur statt Biozid

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wöbbelins Bürgermeisterin Viola Tonn setzt im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner auf andere Methoden

von
erstellt am 14.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Viola Tonn, Bürgermeisterin von Wöbbelin, war im vergangenen Jahr gegen den Hubschraubereinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner und sie ist es in diesem Jahr. Dass die kleinen Raupen, die ab drittem Larvenstadium Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein entwickelt, bekämpft werden sollen, steht für sie außer Frage. Nur setzt sie auf andere Methoden. Und auch wenn die Gemeinde im vergangenen Jahr gegen den Biozideinsatz aus der Luft geklagt hatte, heißt das nicht, dass sie in puncto Eichenprozessionsspinner tatenlos war.

„Seit drei Jahren saugen wir die betroffenen Bäume ab“, erklärt Viola Tonn. „Und die Bäume, die wir so behandelt haben, sind nicht mehr betroffen. Rund 2500 bis 3000 Euro geben wir dafür aus – allerdings nur für die Eichen, für die die Gemeinde auch zuständig ist.“ Bei rund 95 Prozent der Eichen sei das aber gar nicht der Fall. Die stehen an der Bundesstraße und fallen somit in die Zuständigkeit des Straßenbauamtes Schwerin.

Und das sei in den vergangenen Jahren untätig geblieben. Im April forderte Viola Tonn das Straßenbauamt noch einmal auf, die Altnester, die sich an vielen Bäumen befinden, zu entfernen und drohte mit einer Unterlassungsanzeige. „Jetzt kommt offenbar Bewegung in die Sache.“ Das Straßenbauamt habe die Arbeiten jetzt ausgeschrieben. Neben der mechanischen Bekämpfung sieht Viola Tonn noch ganz andere Ansatzpunkte im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinners. „Es fehlen die natürlichen Gegenspieler“, sagt die Bürgermeisterin. Der Kuckuck könne die Raupen beispielsweise problemlos vertilgen, auch wenn diese ihre Brennhaare schon ausgebildet haben. „Er würgt seine Magenschleimhaut mitsamt den darin festsitzenden Haaren heraus.“ Doch in Wöbbelin ist er seit rund drei Jahren nicht mehr zu Hause. „Wir wollen dafür sorgen, dass er sich hier wieder ansiedelt“, sagt Viola Tonn, die ihre Dörfer so umgestalten will, dass das biologische Gleichgewicht wieder hergestellt wird. „Wir hängen Nistkästen auf und wollen Bienenvölker ansiedeln“, erklärt sie. „An der Schule gibt es ein Imkerprojekt.“

Zudem seien seit vergangenem Jahr viele Bäume gepflanzt worden, die den Insekten das Leben erleichtern. So beispielsweise zehn Euodia, die als sehr gutes Bienennährgehölz gelten. Aber die Umgestaltung der Dörfer sei ein langer Weg, so Viola Tonn.

 

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