Zierzow : Im Gespräch mit Landwirten

Entspannte Runde vor dem Feuerwehrhaus in Zierzow, in dem sich die Wahlkämpfer mit Landwirten trafen.
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Entspannte Runde vor dem Feuerwehrhaus in Zierzow, in dem sich die Wahlkämpfer mit Landwirten trafen.

Minister Till Backhaus und weitere SPD-Direktkandidaten diskutieren aktuelle Anforderungen der Agrarpolitik mit Praktikern

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14. August 2016, 19:00 Uhr

Eine solch angespannte Lage in der Landwirtschaft wie in diesem Jahr habe er noch nicht erlebt. Das sagte Minister Till Backhaus am Sonnabendmorgen im Zierzower Feuerwehrgerätehaus bei einer Frühstücksrunde mit rund 30 Landwirten aus der Region. Keine idealen Bedingungen für den Wahlkämpfer Backhaus (Wahlkreis 17) und die anderen SPD-Direktkandidaten Dirk Friedriszik (WK 19) sowie Elisabeth Aßmann (WK 18). Denen wäre mit Sicherheit lieber gewesen, es herrschte eitel Sonnenschein auf den Bauernhöfen. Aber die nicht überstandene Milchkrise, ernüchternde Ergebnisse in der Halmfruchternte, eine sich zwar stabilisierende, aber keinesfalls Kosten deckende Schweineproduktion und anderes mehr verhageln den Landwirten gründlich die Petersilie.

Aber Backhaus wäre nicht seit fast 20 Jahren Minister und Politprofi, wenn ihm ob der misslichen Lage die Argumente ausgingen. Er weiß, wie man am besten mit Landwirten redet, auf Augenhöhe nämlich. Ansonsten kann es passieren, dass die auf Stur schalten und gar nicht zuhören. Aber die glaubhafte Darstellung, selbst noch etwas von der Bauernarbeit zu verstehen, öffnete dem SPD-Politiker die Ohren und ein bisschen vielleicht auch die Herzen seiner Gesprächspartner. Backhaus erwähnte das europäische 150-Millionen-Euro-Programm für die Milchbauern. Es soll Anreiz bieten, weniger zu produzieren. „Wir brauchen in der Milchproduktion ein Mengen gesteuertes System“, unterstrich er. 22 Cent pro Liter sind es gegenwärtig, die die Bauern bekommen. In MV seien 35 Cent nötig, um die Kosten zu decken – von Gewinn, der für die Reproduktion gebraucht wird, ist dann noch keine Rede.

Die Milchbauern wünschen sich eine soziale Partnerschaft mit den Molkereien. Vom Durchhalten der Milchbetriebe hängen Arbeitsplätze ab. Die ländliche Infrastruktur ist auf leistungsfähige Landwirtschaftsbetriebe angewiesen.

Keine Frage der Runde brachte den Minister aus dem Konzept. Der Wahlkämpfer Backhaus vergaß nie, weshalb er an diesem Morgen gekommen war. Die Politik der SPD sei in den letzten 20 Jahren erfolgreich gewesen. „Wir sind das Original“, unterstrich der Minister, um anschließend für ein möglichst gutes Wahlergebnis am 4. September zu werben. Von seiner Zugkraft profitierten auch die anderen beiden Kandidaten. Einer der Diskussionsteilnehmer schrieb es den Politikern ins Stammbuch: Den Leuten zuhören und handeln, das sei erstes Gebot der aktuellen politischen Situation.

Im Anschluss fuhren die SPD-Politiker mit dem Kremser in die Gemeinde Karstädt. Dort gab es ein Gespräch mit dem SR-Oldie-Club um Hans-Joachim Roddeck. Dieser hatte sich jüngst in einem SVZ-Interview das Gespräch mit dem Minister gewünscht, dem Till Backhaus nun entsprach.

Uwe Köhnke

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