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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2017 | 01:28 Uhr

Dömitz : Im Biwak geht’s gemütlich zu

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vielseitiger Norddeutscher Tag in Dömitz auf der Festung / Von Musik bis Böllerschüssen war alles dabei

von
erstellt am 16.Mai.2016 | 12:52 Uhr

So richtig konnte sich Petrus beim Norddeutschen Tag auf der Dömitzer Festung nicht entscheiden. Er schickte zwischendurch immer mal kräftige Schauer vorbei, die die Feierlaune der Besucher doch kräftig dämpften. Es waren am Ende nicht so viele, wie in den Jahren zuvor. Doch die gekommen waren, konnten ein vielseitiges Programm erleben. „Das Anliegen des Tages ist es, das norddeutsche Lebensgefühl zu vermitteln“, erklärt Marina Möller, in deren bewährten Händen auch in diesem Jahr die Organisation des Norddeutschen Tages lag. Trotzdem sie inzwischen nicht mehr in der Dömitz-Information arbeitet und eigentlich im Ruhestand ist, merkt man davon nicht besonders viel. Emsig wie gewohnt, hat sich Marina Möller auch 2016 ins Zeug gelegt.

Das findet auch Radio-Moderator Leif Tennemann, der in lockerer Art die Moderation der Veranstaltung übernommen hatte. Norddeutsche Lebensart – davon versteht auch der gebürtige Rüganer Tennemann etwas. „Ich fühle mich da an meine Kindheit erinnert“, sagt er. „Man kann mich als Bindeglied zwischen Platt- und Hochdeutschen verstehen“, schmunzelt er noch und gesteht, dass er das Plattdeutsche nur ein ganz klein wenig beherrscht.

Norddeutsches Lebensgefühl, das haben an diesem Tage auch die „Oewerpetters“, eine Volkstanz- und Musikgruppe aus dem wendländischen Landkreis Lüchow-Dannenberg mit über die Elbe nach Dömitz gebracht. „Viele wissen gar nicht mehr, dass das Wendland bis 1945 noch über den Fluss bis in die hiesige Region reichte“, erinnert Marina Möller. Nachvollziehbar, hieß doch zum Beispiel Rüterberg damals noch Wendisch-Wehningen.

„Godewind“ war dabei – eine norddeutsche Musikgruppe, die nahezu jeder kennt.

Für die Kleinsten gab es eine Kinderbaustelle. „Bei uns sind alle mittendrin, statt nur dabei. Wir sind keine Künstler und brauchen keinen Applaus – mit uns erlebt man tolle Sachen zum Selbermachen“, sagen die Macher über sich selbst.

Auf einem kleinen Hügel haben die Lützower Jäger ihr Biwak aufgeschlagen, auf diese Weise an ein wichtiges Stück norddeutscher Geschichte erinnernd. „Wir sind eine Interessengemeinschaft und beim Historischen Militärverein Leipzig organisiert“, erzählt Klaus Löscher aus Raddenfort. Sie kommen aus Neubrandenburg, Boizenburg, Hamburg, dem thüringischen Gotha und auch vom bayerischen Chiemsee. „Wir reisen alle nach Dömitz, weil es hier so schön ist“, sagt Klaus Löscher. „Zwar hagelt es ab und zu, aber das stört uns nicht.“ „Letztes Jahr hab’ ich mir den Hintern abgeschwitzt“, ergänzt der französische Capitain im schönsten Thüringisch. Klaus Löscher hat sich heute in die Kluft eines einfachen Lützower Artilleristen geworfen.

17 Männer und Frauen sind sie im Dömitzer Biwak, und dieser oder jener Neugierige schaut vorbei, um vielleicht auch einen Blechteller der äußerst schmackhaften Kartoffelsuppe zu ergattern, die seit dem Morgen über dem offenen Feuer köchelte. Ansonsten herrscht gute Laune pur im Biwak. Denn die Männer und ihre Frauen verbreiten familiäre Atmosphäre. Sie treffen sich zu historischen Ereignissen an den unterschiedlichsten Orten. Beim Nachstellen der Göhrdeschlacht ganz in der Nähe waren es 350, in Orten noch bedeutenderer Schlachten, wie in Leipzig oder Waterloo mehrere tausend.

Vielleicht ist ja der Norddeutsche Tag in Dömitz auch so ein historisches Ereignis?

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