Kummer : Ihre Form ist einmalig

Bei Kummer-Mäthus stehen diese Kopfweiden.
Bei Kummer-Mäthus stehen diese Kopfweiden.

Förster: Kopfweiden in Gemarkung Kummer-Mäthus biologisch wertvoll

von
24. Mai 2019, 05:00 Uhr

Wer kennt sie nicht, die sagenumwobenen Kopfweiden, die einst zahlreich an Bächen und Wegen der Feuchtgebiete standen. Intensive Landwirtschaft, Meliorationsmaßnahmen sowie Begradigung von Gräben führten zum Rückgang dieser biologisch wertvollen Baumart. Zerstört wurde auch das typische Bild der Wiesen- und Weidenlandschaft. Deshalb war ich überrascht, dass diese Weiden noch ganz in unserer Nähe stehen. Ich entdeckte sie in der Gemarkung Kummer-Mäthus: 50 bis 100 Stück, ordnungsgemäß zurückgeschnitten. Als Förster finde ich das sehr gut, denn dieser Baum gehört in unsere Feuchtgebiete.

Von den bei uns heimischen Weidenarten nimmt die Kopfweide einen besonderen Platz ein. Infolge ihrer Ausschlagfähigkeit wird sie als Kopfweide gehalten. Zur Gewährleistung ihrer wohl einmaligen Wuchsform erfolgt alle fünf bis acht Jahre ein Rückschnitt. Weiden blühen im zeitigen Frühjahr und sind für alle Fluginsekten wichtige Nahrungsquelle. Kopfweiden werden über 100 Jahre alt und über einen Meter stark. Im Laufe der Jahre entstehen stark zerklüftete Stämme mit tiefen Spalten. Die Fauläste und Hohlräume bieten Nieschen- und Höhlenbrütern wie Meise, Baumläufer und Steinkauz Brutmöglichkeiten, sind aber auch Lebensraum für viele Insekten, Käfer, Libellen und Lurche. Kopfweiden sollten daher mehr Beachtung bei der Bepflanzung von Gräben, Wegen und Kleingewässern finden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen