leussow : Idylle mit Zuwachs-Potenzial

Die Leussower schätzen ihre kleine Gemeinde. Fotos: Uwe Köhnke
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Die Leussower schätzen ihre kleine Gemeinde. Fotos: Uwe Köhnke

Leussower wünschen sich Heide im ehemaligen Gebiet des Truppenübungsplatzes Lübtheen als Naherholungsgebiet

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06. März 2014, 07:00 Uhr

Zurzeit steht nur ein einziges Haus zum Verkauf. Für Bürgermeister Steffen Gladewitz ein starkes Indiz, dass es sich in seiner Gemeinde gut leben lässt. Gute Luft, der Wald in der Nähe und vor allem die feste Dorfgemeinschaft. In puncto Idylle gibt es noch Zukunfts-Potenzial. Ganz in der Nähe befindet sich der ehemalige Truppenübungsplatz Lübtheen. Gladewitz schwärmt geradezu davon, nicht nur, weil er passionierter Pilzsammler ist, sondern weil die Heide dort eine traumhafte Idylle in die Landschaft zaubert. Dieses Gebiet für die Erholung der Menschen zu erschließen, das hätten die Leussower am liebsten.

Ob das aber alles so klappen wird, das steht bisher in den Sternen. Die Zukunft des bisherigen militärischen Übungs-Areals ist ungeklärt. Gladewitz ist argwöhnisch, wenn er an die starke Lobby der Jäger denkt. Ansonsten gibt es genug andere Pfunde, mit denen die Leussower wuchern können. Wie gesagt – die Dorfgemeinschaft. „Der Zusammenhalt bei uns in der Gemeinde ist wirklich groß. Wenn wir Dorffeste veranstalten, sind immer viele Menschen dabei“, sagt der Bürgermeister. Es gibt mehrere Sportgruppen im Dorf von Frauen unterschiedlichen Alters. Die Volkssolidarität ist sehr rege. Einmal im Monat gibt es eine Veranstaltung. Die Feuerwehr ist natürlich auch in Leussow ein Aktivposten, ob beim Osterfeuer oder anderen Veranstaltungen. „Die Wehr müssen wir uns unbedingt erhalten“, so Steffen Gladewitz.

Bei aller äußeren Idylle haben die Leussower auch so ihre Probleme. Viele kleine, aber auch größere Gemeinden können ein Lied davon singen. 30 000 Euro mehr als 2013 müssen sie in diesem Jahr an Umlagen für das Amt und den Landkreis zahlen. Trotz drohenden Verlustes von Schlüsselzuweisungen werden die Leussower die Steuerhebesätze nicht erhöhen. „Sonst sind wir keine Volksvertreter, sondern höchstens ,Volkszertreter‘“, sagt Gladewitz kategorisch. Gründlich hat sich der 60-Jährige überlegt, ob er bei der Kommunalwahl im Mai noch einmal für das Bürgermeisteramt antritt. „Ich werde es tun, denn ich vertraue all denen, die sich als Gemeindevertreter aufstellen lassen wollen“, sagt Steffen Gladewitz.

Ungefähr die Hälfte der siebenköpfigen Gemeindevertretung sind Namen neuer Kandidaten. Der Bürgermeister ist sicher, dass auch die neue Gemeindevertretung die anstehenden Aufgaben im Dorf lösen kann, wie immer die Konstellation dann aussehen wird. Es gilt auf der einen Seite mit den Mitteln hauszuhalten, auf der anderen die wichtigen Erhaltungsarbeiten nicht zu vernachlässigen. Zum Beispiel im Nebengebäude des Dorfgemeinschaftshauses (neuer Fußboden, Decke und Wände isoliert), das auch für Familienfeiern genutzt werden kann. Eine wichtige Angelegenheit, denn eine Gaststätte gibt es im Dorf nicht mehr, wo die Leussower feiern könnten.

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