Ludwigslust : „Ich werde mir einen Helm kaufen“

Erklären, wann ein Fahrrad verkehrssicher ist: Die Präventionsberaterinnen Kathleen Guder (l.) und Karola Sachse.
Erklären, wann ein Fahrrad verkehrssicher ist: Die Präventionsberaterinnen Kathleen Guder (l.) und Karola Sachse.

Präventionsberaterinnen der Polizeiinspektion Ludwigslust leiteten Verkehrsteilnehmerschulung in den Lewitz-Werkstätten

von
12. Juli 2018, 05:00 Uhr

„An den Schulterblick denken, jetzt den Arm raus. So ist es gut…“ Karola Sachse ist mit ihren Schützlingen zufrieden.

Die Präventionsberaterin der Polizeiinspektion Ludwigslust ist an diesem Vormittag gemeinsam mit ihrer Kollegin Kathleen Guder in den Lewitz-Werkstätten in Ludwigslust. Es geht um Verkehrsschulung, diesmal speziell für Radfahrer.„Auf unseren Straßen sind viele Radler unterwegs. Da ist es wichtig, die Kenntnisse immer wieder aufzufrischen“, sagt Polizeihauptkommissarin Kathleen Guder. Die Hauptthemen für Fahrradfahrer bei solchen Schulungen seien zum Teil die gleichen wie bei Autofahrern: Vorfahrtregeln, Verkehrszeichen, aber auch Alkoholverzicht. „Dazu kommen aber auch für Radfahrer spezifische Themen“, weiß Karola Sachse und fragt die Teilnehmer der Schulung: „Es ist zwar keine Pflicht, aber wer trägt beim Radfahren einen Helm?“

Nur ein, zwei Hände gehen in die Höhe. Andy Geyer besitzt keinen Schutzhelm. „Ich weiß, dass ich eigentlich einen brauche“, sagt der 19-Jährige. „Aber der kostet ja viel Geld…“ Die Polizistinnen bauen auf dem Hof der Werkstätten einen Parcours auf. Bevor die Schulungsteilnehmer hier ihr fahrerisches Können testen dürfen, prüfen die Polizistinnen die Fahrräder auf Verkehrssicherheit: Beleuchtung, Bremsen, Klingel… „Ganz wichtig sind auch die Reflektoren, die vorgeschrieben sind“, erklärt Kathleen Guder. Jeder, dessen Fahrrad vorschriftsmäßig ausgerüstet ist, erhält eine entsprechende Plakette mit der Jahreszahl „2018“ auf sein Rad geklebt.

Dann gehts auf den Parcours. „Ihr fahrt zuerst zwischen den Verkehrskegeln Slalom, dann eine Linkskurve und zum Schluss noch über ein Brett“, erläutert Kathleen Guder die Aufgabe. „Und vor dem Abbiegen immer an den Schulterblick denken.“

Gunnar Drews bewältigt den Parcours mit seinem Dreirad gut, auch wenn die abgesteckte Linkskurve für sein relativ großes Gefährt etwas eng ist. „Ich finde solche Schulungen gut“, sagt der 22-Jährige. „Manches vergisst man ja doch mal, zum Beispiel das mit der Vorfahrt rechts vor links oder den Schulterblick.“ Auch Gunnar hat bisher keinen Helm, verspricht den Beamtinnen aber, sich einen zu kaufen.

Ein Thema auch bei Radfahrern ist immer wieder Alkohol“, erklärt Oberkommissarin Karola Sachse. Darauf haben die Polizistinnen bereits am Morgen während des Theorie-Teils hingewiesen. „Auch Radfahrer schätzen die Grenzen hier oft nicht richtig ein. Am sichersten ist es auch für sie, auf Alkohol zu verzichten.“ Wie schnell zumindest beim Atemalkoholgehalt ein hoher Wert erreicht werden kann, zeigt sich bei einem Test: Teilnehmer dürfen eine mit Alkohol gefüllte Praline probieren. Die Ergebnisse beim unmittelbar folgenden Atemalkoholtest ergeben Werte von zwei und mehr Promille. Der Alkoholgehalt ist zwar nicht im Blut, sondern lediglich in der Atemluft und wird auch schnell wieder verschwunden sein. Aber der Test zeigt, dass die Geräte relativ schnell anschlagen – und bei wirklichem Alkoholgenuss ist dann eine Blutprobenentnahme fällig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen