Kuhlenfeld : „Ich muss mich nicht verändern“

AfD-Kandidat Enrico Nehls mit seiner Frau Evelyn im Garten seines Hauses in Kuhlenfeld, er gibt sich national-konservativ.
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AfD-Kandidat Enrico Nehls mit seiner Frau Evelyn im Garten seines Hauses in Kuhlenfeld, er gibt sich national-konservativ.

Enrico Nehls (40) aus Kuhlenfeld will sich als Kandidat der Alternative für Deutschland gegen prominente Mitbewerber durchsetzen

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20. August 2016, 07:00 Uhr

Er ist der große Unbekannte im Kandidatenspiel des Wahlkreises 17. Und das stimmt gleich mehrfach. Enrico Nehls, 1975 in Crivitz geboren, ist Kandidat der Alternative für Deutschland, deren Wahlergebnis nach den jüngsten Umfragen große Bedeutung zugemessen wird. Nehls ist aber auch ein politischer Neuling, und der gelernte Kfz-Mechaniker ist zusätzlich noch zwei Meter groß. Und persönlich geht er auf volles Risiko. „Ich bin Direktkandidat, ich weiß, dass ich direkt gegen Till Backhaus und die anderen antrete, und doch habe ich mich extra nicht auf die Parteiliste setzen lassen. Entweder ich gewinne den Wahlkreis oder nicht. Ich muss mich nicht verändern, und ich mache auch keine Wahlversprechen, die ich nicht halten kann.“

Nehls wohnt mit seiner Frau Evelyn und seinen beiden Söhnen seit vielen Jahren in Kuhlenfeld. Er ist ein Kind der Region, spricht auch Platt. In Zahrensdorf zur Schule gegangen, Kfz-Mechatroniker in Bleckede gelernt und nach einigen Stationen schließlich zum selbstständigen Unternehmer geworden. Er führt ein Transportunternehmen mit sechs Angestellten, zu den Kunden gehören verschiedene Firmen aus den Regionen.

„Ich habe viel Rückhalt und Unterstützung erfahren, seitdem bekannt ist, dass ich kandidiere“, erzählt der stets ruhig wirkende Enrico Nehls. Negative Erfahrungen habe er wegen seines Bekenntnisses zur AfD bisher nicht erfahren. In seiner Familie gebe es einige, die auch in der Partei seien. Er selbst habe bisher keine Ambitionen gehabt, sich politisch zu betätigen. „Ich bin 20 Jahre lang nicht wählen gegangen, weil mir das nicht wichtig war.“ Das hat sich geändert. „Als der Lucke aus der Partei raus ist, bin ich rein, der war mir zu sehr Oberlehrer. Ich stehe zu allen Programmpunkten unserer Partei, und ich möchte vor allem, dass wir hier bei uns im Land kein Multikulti bekommen. Es geht darum, dass die gute Arbeit unserer Eltern und Großeltern bewahrt wird. Ich bin ganz klar für eine kontrollierte Einwanderungspolitik. So wie es bisher läuft, kann es nicht weitergehen“, bekennt er sich zu seiner Haltung. Er sei eben klar national-konservativ, von der NPD grenzt er sich ab. Die sei ein politischer Gegner.

Landespolitisch hat Nehls vor allem ein Thema, die Finanzlage der Gemeinden. „Alle, die arbeiten, mich eingeschlossen, zahlen Steuern und das nicht zu knapp. Doch hier kommt nichts an. Es kann doch nicht sein, dass der Bürgermeister nicht mal 50 Euro hat, um einen Verein zu unterstützen. Und inzwischen hat der Landeshaushalt schöne Zahlen.“

Eine Bedingung hätte er vor seiner Kandidatur für die AfD gehabt, er wolle mit Facebook nichts zu tun haben. „Das stiehlt mir Zeit, die ich nicht habe und die mir für meine Familie verloren geht.“ Handys und E-Mail findet er dagegen schon sinnvoll. Und er hat auch kein Problem mit extremen Meinungen, wie sie z. B. von seinem Parteifreund Björn Höcke aus Thüringen vertreten werden. „Einer muss auch mal draufhauen, andere gleichen wieder aus.“ Vor seinen politischen Gegnern hat der Zwei-Meter-Mann, der viel in den USA unterwegs war, Respekt. Er wisse schon, dass Till Backhaus auch vernünftige Arbeit geleistet hätte. Und so ganz unerfahren ist er mit politischen Aktionen in der Region auch nicht. So half er maßgeblich bei den Protesten gegen die in Kuhlenfeld geplante große Biogasanlage mit. Dieser Kampf sei leider noch immer nicht ganz ausgestanden. Wenn er gewinnen sollte und in den Landtag einzieht, muss sich Enrico Nehls um seine Firma keine Sorgen machen. Die würde dann von seiner Frau Evelyn (39) geführt, die bereits im Unternehmen mitarbeitet.

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