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Ludwigsluster Tageblatt

15. Dezember 2017 | 22:54 Uhr

Techentin : „Ich bin ein Techentiner“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vom Stadtteil zum Ortsteil - die Techentiner wünschen sich mehr Eigenständigkeit und Mitspracherecht

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Ich wohne in Ludwigslust. Aber ich bin ein Techentiner.“ So wie Günther Warncke fühlen viele, die an diesem Abend ins Feuerwehrgerätehaus von Techentin kommen. Bodo Thees zum Beispiel. Er hat hier Kindergarten und Schule besucht. „Und obwohl im Ausweis unter Geburtsort Ludwigslust steht, bin ich im Herzen Techentiner“, sagt der heute 58-Jährige. Thees ist Mitglied der Interessengemeinschaft von Techentin. Mehr als ein Dutzend Menschen aus dem Ort engagieren sich in der Gruppe seit Jahren für die Dorfgemeinschaft. Sie bereiten Feste vor, gestalten Themenabende, klären Probleme. Ohne die Interessengemeinschaft gebe es auch diesen Abend nicht. Denn die IG war es, die angeregt hatte, Techentin nicht mehr als Ludwigsluster Stadtteil, sondern wieder als eigenständigen Ortsteil zu führen. Die Stadtvertretung hatte dafür dieses Jahr die Hauptsatzung geändert. Nun muss eine Ortsteilvertretung gewählt werden. Fünfzehn Kandidaten stehen zur Wahl - gestimmt hat die Mehrheit am Ende für Marita Jahnke, Olaf Schwerk, Stephan Braasch, Rolf Stocks, Michael Ott, Frank Velau, Ronny Jacobi, Patrick Gävert und Thomas Berndt. Bestätigt die Stadtvertretung die Gewählten auf ihrer Sitzung Anfang November, dann ist die Ortsteilvertretung arbeitsfähig und wird Techentin bis zur nächsten Kommunalwahl 2019 vertreten. Marita Jahnke, vielen als Vorstandsmitglied des TCC bekannt, freut sich auf die Arbeit. „Erst war ich skeptisch“, sagt sie. „Als Laie weiß man ja nicht, was auf einen zukommt. Inzwischen glaube ich, dass wir auf diese Weise den Kontakt zur Verwaltung stärker aufrecht erhalten können. Vielleicht gibt es dann hier und da für bestimmte Projekte in Techentin auch mal eine kleine Finanzspritze.“ Marita Jahnke wohnt seit 1978 in Techentin. Der Ort habe seinen Dorfcharakter nie verloren, sagt sie. „Wir haben ein Ohr füreinander und helfen uns, wenn es Probleme gibt.“

Neben Glaisin und Kummer ist Techentin nun der dritte Ludwigsluster Ortsteil mit eigener Vertretung. Hornkaten und Weselsdorf haben nur einen Ortsvorsteher. Ob die neue Struktur etwas ändert? „Abwarten“, sagt Reiner Altenburg. Der Techentiner sitzt mit vier anderen Kommunalpolitikern aus dem Ortsteil in der Ludwigsluster Stadtvertretung. „Auch wir können Techentiner Probleme politisch thematisieren“, sagt er. Dennoch sieht er darin auch eine Chance: „In der neuen Ortsteilvertretung sind auffallend viele junge und aufgeschlossene Leute“, sagt er. „Die bringen frischen Wind.“ Bürgermeister Reinhard Mach begrüßt die Eigeninitiative. „Viel Geld haben wir nicht zu vergeben“, sagt er. „Aber wir können möglicherweise Prioritäten anders setzen und neue Sichtweisen kennen lernen.“

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