"Transit 50" aus Neustadt lockt 50-plus-Arbeitslose : Ibu-Mobil fährt durch den Nordosten

Ibu-Geschäftsführer Christian Rosenkranz vor dem neuen 'Transit-50-Mobil'.uwe köhnke
Ibu-Geschäftsführer Christian Rosenkranz vor dem neuen "Transit-50-Mobil".uwe köhnke

Das Projekt "Transit 50", mit dessen Hilfe ältere Arbeitnehmer wieder einen Platz auf dem Arbeitsmarkt finden können, geht ab sofort auf Tour. Seit 1. August hat das Ibu Neustadt-Glewe sein Angebot damit erweitert.

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06. September 2012, 11:21 Uhr

neustadt-glewe | Das Projekt "Transit 50", mit dessen Hilfe ältere Arbeitnehmer wieder einen Platz auf dem Arbeitsmarkt finden können, geht ab sofort auf Tour. Seit 1. August hat das Institut für Berufsbildung und Umschulung (Ibu) Neustadt-Glewe sein Angebot damit erweitert. Das Infomobil hat Internetzugang und Druckeranschluss. Die Vermittler haben die Daten ihrer Kunden an Bord. Sie beraten einmal die Transit-50-Beteiligten, aber genauso gut Arbeitgeber auf den Dörfern und in den kleinen Städten, die wissen wollen, wie man ältere Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt integrieren kann. "In Goldberg und Crivitz war es jetzt so, dass auch andere Menschen gekommen sind, um nachzufragen, ob wir etwas für ihre Situation tun können", schildert Ibu-Geschäftsführer Christian Rosenkranz.

"Wir sehen, dass die öffentliche Verwaltung sich aus Kostengründen immer mehr aus der Fläche zurückziehen muss. Das betrifft in der Perspektive nicht nur die Arbeitsagentur, sondern auch die Jobcenter", erklärt Rosenkranz weiter. Man habe das im Schweriner Umland gesehen. Die SGB-II-Kunden seien auf die Geschäftsstellen Ludwigslust, Parchim und Sternberg verteilt worden. "Diese Geschäftsstellen, so ist unsere Information, werden auch nur noch tageweise geöffnet sein. Sie gehen damit einen bekannten Weg, siehe Gerichtsreform", so der Ibu-Geschäftsführer. Kein Wunder, denn der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist einer der dünn besiedeltsten in Deutschland.

Und trotzdem müsse die Infrastruktur aufrecht erhalten werden. "Unsere Kunden leben im ländlichen Raum. Der öffentliche Personennahverkehr hat nicht die Frequenz und die Dichte, die man braucht, um am Arbeitsleben teilnehmen zu können. Das heißt, wir müssen Erwerbslose erst einmal aktivieren und dann die eigene Mobilität erhöhen", sagt Rosenkranz. Er meint ganz einfache Dinge: Zunächst mit dem Fahrrad zum Bahnhof oder zur Bushaltestelle, bevor später ein gebrauchtes Fahrzeug angeschafft werden kann, wenn ein Arbeitsverhältnis dahinter steht. Seit 2005 sei das mit dem Projekt "Transit 50" sehr gut gelungen. "Wir standen jetzt vor der Frage, wie es weiter gehen kann, und das Mobil ist die Antwort darauf", beschreibt Christian Rosenkranz.

"Wir helfen den Arbeitnehmern, dass sie ihr Profil bei der Arbeitsagentur ins Netz stellen, wenn sie soweit sind. Wir informieren über Bildungsmöglichkeiten. Arbeitgeber beraten wir zu dem Thema Einstellung von über 50-Jährigen und auch, welche Möglichkeiten es über das Projekt ,Transit 50 gibt, dafür an Fördermittel zu gelangen", so der Geschäftsführer. Die Vermittlungszahlen seien in diesem Jahr wider Erwarten gut. Gegenüber der Vorgabe seien sie bei 110 Prozent. Das Ibu-Mobil wird im Bereich des Jobcenters Bad Doberan, in der ganzen Prignitz und im gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim eingesetzt. Es gibt einen Tourenplan, der auf der Ibu-Homepage steht. Transit-50-Kunden erhalten darüber hinaus Termine. Gerhard Sabban (68) tourt mit dem umgebauten Fiat-Wohnmobil und den jeweiligen Vermittlern an Bord durch die Lande. Es steht in der Nähe von Bahnhöfen, Bushaltestellen, in der Nähe von Supermärkten oder Rathäusern. Man sei jetzt in der Experimentierphase, welches die geeigneten Standorte seien, sagt Christian Rosenkranz.

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