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Ludwigsluster Tageblatt

24. September 2017 | 05:22 Uhr

Ludwigslust : Hort: Platznot zwingt zum Umzug

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Erstklässler der Reuter-Schule wechseln in Hort der Techentiner Schule. Bildungsausschuss diskutiert weiter zur Zukunft der Grundschulen.

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 10:10 Uhr

Für den Paukenschlag auf der Sitzung des Sozial- und Bildungsausschusses sorgt Beate Müller: „Die Hortplätze für die Fritz-Reuter-Schule werden nächstes Schuljahr nicht mehr ausreichen“, informiert die  Fachbereichsleiterin für Soziales und Bildung gleich zu Beginn.   Die Kapazitäten an den drei Kindergärten „Parkviertel“, „Gillhoff“ und der ASB-Kita „Waldzwerge“ seien bis aufs Letzte ausgereizt. Aktuell fehlen dort 15 Hortplätze. Deshalb habe man sich kurzfristig   dazu entschieden, die Kinder  ab September im Hort der Techentiner Schule unterzubringen, erklärt Beate Müller und stellt gleich klar:  „Das wird keine Notbetreuung.“ Im Techentiner Hort werde  zusätzlich eine Erzieherin  eingestellt. Auch räumlich sei das  machbar. Noch. Denn mit dem Wechsel der 15 Erstklässler in den Hort nach Techentin  würden dort 107 Kinder betreut. Eine  Betriebserlaubnis liegt für 110 Kinder vor.

Die  Stadtvertreter trifft  die Nachricht an dem Abend aus heiterem Himmel:  „Jetzt haben wir das Dilemma“, sagt Frank Engel (AfL). „Seit zwei Jahren reden wir über das Problem. Nun ist es  zwei nach zwölf und das Drama nimmt  seinen Lauf.“ Den Umzug der Fritz-Reuter-Schüler in den Techentiner Hort  hält er  für  „keine gute Alternative“. Denn auch hier sei  die Kapazität längst am Limit. Schneller denn je müsse die Verwaltung nun  den Ausbau  des Dachgeschosses  der Fritz-Reuter-Schule zum neuen Hort vorantreiben, so Engel.  „Wir treten auf der Stelle, aber uns bleibt einfach keine Zeit mehr.“ Zwar bemühe sich die Stadt derzeit um Fördermittel für den Umbau. „Darauf verlassen dürfen wir uns aber nicht“, so Engel.  „Im Notfall müssen wir das  aus eigener Kraft stemmen.“  Der Umbau der Reuterschule würde etwa 1,5 Millionen Euro kosten.  Die Finanzierung, da waren sich die Ausschussmitglieder einig, müsse schnellstmöglich in die kommende Haushaltsplanung einfließen. Nur so könne  noch im Jahr 2018 mit dem Umbau begonnen werden.

Die Eltern der betroffenen Hortkinder sind am Donnerstagabend  über die neue Situation informiert worden. Etwa ein Drittel der Kinder sind Flüchtlinge, deren Eltern  kurzfristig Bedarf angemeldet hatten, weil sie nachmittags Sprach- und Integrationskurse besuchen. Zur Verstärkung des Techentiner Hortteams werde ab November außerdem noch eine Syrerin im „Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“ beschäftigt. Sie wird die Kinder auch im Bus begleiten, der  direkt nach der Schule von der Kanalstraße  nach Techentin fährt.

Um die räumliche Situation an der Reuter-Schule weiter zu entspannen, wird überlegt, das benachbarte Haus in der Kanalstraße 24  zu nutzen. In dem Haus, in dem momentan die Kinder im Frühhort betreut werden, wohne aber  noch ein Mieter. 

Im Hinblick auf die inklusive Beschulung  soll künftig neben der  Reuterschule  nun auch  die Techentiner Schule  Standortschule werden. Beide Grundschulen sollen dann jährlich etwa 40 Schüler einschulen. Dazu müsse die Techentiner Schule baulich erweitert werden, so Beate Müller von der Stadtverwaltung.   Ob und wie  das  umsetzbar sei, müssten nun   Planungsbüros prüfen.  Eine Idee präsentierte die Stadt schon auf der jüngsten Ausschusssitzung: Da der Schulgarten nicht mehr für den Unterricht genutzt wird, wäre  auf einer Teilfläche Platz für ein neues Hortgebäude.

 

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