Windkraftanlagen : Hornkatener hoffen auf Schwarzstorch

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Nach Hühnerfarm und Biogasanlage würde das Dorf mit zwölf hohen Windrädern regelrecht umzingelt. Gibt es einen Ausweg für die Bewohner?

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17. November 2015, 12:00 Uhr

„Hier darf heute keiner mit der Illusion nach Hause gehen, wir könnten noch was ändern.“ Klare Worte von Hornkatens Ortsteilvertreterin Gaby Schilling, denen auch Bürgermeister Reinhard Mach auf der Einwohnerversammlung im Feuerwehrhaus nichts entgegenzusetzen hatte. Seinem Vortrag zur aktuellen Planung von Windrädern in der Region um Hornkaten folgten die Einwohner mehr resigniert als interessiert. „Verhindern können werden wir den Bau sowieso nicht“, so Schilling. „Jetzt kommt es wohl eher darauf an, dass wir noch was für uns herausholen.“

Aktuell, so Mach, seien in der Gemeinde Karstädt neun 200 Meter hohe Windräder im Gespräch. Würde Karstädt wirklich bauen, dann will auch Ludwigslust auf einer direkt angrenzenden 45 Hektar großen Fläche drei Windräder aufstellen. „Wir lassen gerade untersuchen, ob die Möglichkeit dazu besteht“, so Bürgermeister Mach. Auf jeden Fall wolle man die Chance nutzen, einen Ertrag herauszuholen für die Menschen, die es ertragen müssen. Die Erlöse der drei Räder würden für die Finanzierung des Defizits bei einem Schwimmhallenbetrieb ausreichen, sagte Mach und informierte gleichzeitig über das Angebot der Karstädter an Hornkaten, vertraglich den Strompreis zu senken. Ein schwacher Trost. „Der billigere Strom ist doch nur ein Bruchteil von dem, was unsere Häuser an Wert verlieren“, so Schilling. Sorgen bereitet den Anwohnern vor allem die zunehmende Ansiedlung von Industrie um Hornkaten. Nach Hühnerfarm, Biogasanlage und der MUT GmbH an der K 39 würde das Dorf mit zwölf hohen Windrädern regelrecht umzingelt werden.

Hornkaten hofft nun auf den Naturschutz, nachdem im benachbarten Bereich Kummer/Göhlen ein Windenergie-Suchraum wegen eines dort lebenden Schwarzstorchs zurückgestellt worden war. „Geflogen ist der Schwarzstorch auch bei uns“, sagte ein Hornkatener auf der Einwohnerversammlung. „Jetzt müssen wir nur noch seinen Horst finden.“

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