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Ludwigsluster Tageblatt

17. November 2017 | 20:45 Uhr

Dömitz : Hoher Preis des Floß-Abenteuers

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neuer Sommer in der Kulturkate Neu Lübtheen mit vielen Gastspielen / Letzter Sommer riss großes Loch in die Kasse der Theaterleute

Bei der Kulturkate ist in diesem wie im vergangenen Jahr alles anders. Nur dass die Truppe um Volkert Matzen in diesem Jahr den Preis für das viel beachtete aber finanziell nicht so erfolgreich Floßabenteuer bezahlen muss.

Als Folge wird die Mannschaft in diesem Jahr kein eigenes Sommertheaer anbieten können. Stattdessen wird Neu Lübtheen Schauplatz zahlreicher Gastspiele engagierter Künstler mit pfiffigen Ideen sein. Los geht es damit am 3. Juli.

Vielen Besuchern ist das Theaterfloß noch in Erinnerung, das die Kulturkate im letzten Sommer auf der Elbe zu Wasser ließ und so ihr Stück von der vergessenen Brücke an verschiedenen Uferplätzen von Dömitz bis Lauenburg dem Publikum nahe brachte. Dieses Projekt war ein Mammutvorhaben für den kleinen Verein und steckt allen Beteiligten noch in den Knochen. Es war vom organisatorischen Aufwand eine der größten Herausforderungen. „Wir wussten, worauf wir uns damit einlassen würden“, resümiert Volkert Matzen, der Leiter des freien Theaters Kulturkate, „und hätten doch nicht gedacht, dass uns dieses Projekt dermaßen viel Kraft rauben würde.“ Die Mitstreiter um den engagierten Theatermacher waren mit der Inszenierung des Stücks von Horvàth und der Organisation der Spielstätten, dem Transport des Floßes und Bühnenbildes an den Rand ihrer Belastbarkeit geraten und mussten die Vorbereitungen für den nächsten Sommer vernachlässigen. Dieser steht nun vor der Tür und viele befürchten, dass es in den lauen Sommernächten nun stumm bleiben wird in der Griesen Gegend. Tatsächlich wird die Kulturkate in diesem Jahr nicht selbst inszenieren. Statt dessen sind Gastspiele und Konzerte geplant, die unter freiem Himmel an der Traditionsstätte in Neu Lübtheen die Zuschauer anziehen sollen. „Wir sind mit einigen Veranstaltern in Verhandlungen“, umreißt Volkert Matzen sein Vorhaben. Dabei ist es ihm wichtig, dass die Gastspielangebote zu dem Konzept der Kulturkate passen und man dem Anliegen, anspruchsvolles und begeisterndes Theater für alle Generationen anzubieten, treu bleibt.


Wieder verstärkt Angebote für Kinder


Neben dieser Organisation wird es in diesem Jahr auch wieder verstärkt Angebote für Kinder geben. Bei allen Vorhaben müssen die Kosten immer im Blick behalten werden, denn der letzte Sommer hat ein großes Loch in die Kasse gerissen. Dabei ist jedem klar, dass Theater in der Griesen Gegend wirtschaftlich gesehen, kein Erfolgsmodell sein kann. „Wir hoffen nun, dass wir unser Floß sehr oft vermieten können und darüber wieder Geld in unsere Kasse fließen wird", fasst Matzen die Pläne zusammen. Dazu zählt auch, dass man die Kulturkate selbst mieten kann. Für Feiern oder Seminare bietet sich das Haus, das auch über Schlafmöglichkeiten verfügt, an.

Es gibt sogar schon einige Interessenten für die schwimmende Bühne, die zur Zeit im Dömitzer Hafen auf neue Einsätze wartet. Darunter auch Überlegungen für eine längerfristige Vermietung. Ganz ausschließen möchten die Kulturkatler auch nicht, dass sie sich in Zukunft noch einmal auf die Elbe wagen. Nur bis es soweit ist, müssen sie neue Kraft und finanzielle Mittel sammeln. Die Hoffnung bleibt, dass die treuen Zuschauer aus der ganzen Region diese Durststrecke gemeinsam mit ihnen gehen und sich auch in diesem Sommer auf den Weg machen zu einem lauen Theatersommerabend unter freiem Himmel im Garten der Kulturkate in Neu Lübtheen.

Die ersten Termine sind am 3. und 4. Juli, jeweils um 20.30 Uhr. „Wozu das Theater? “, heißt es da. Es geht um einen lässigen Abend, der temporeich mit Witz und Slapstick den Alltag im Freien Theater karikiert“, hieß es zu der Truppe in einem Bericht der Kölnischen Rundschau.



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