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Hochwasserschutz Heiddorf : Höher als das Rekordhochwasser

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Eine neue Spundwand schützt Heiddorf künftig vor Überflutungen.

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2016 | 21:00 Uhr

Wenn Burkhard Thees jetzt durch Heiddorf fährt, ist er beruhigt. Dort, wo beim Jahrhunderthochwasser vor drei Jahren Bundeswehrsoldaten gegen die drohende Überflutung des Ortes ankämpften, wächst eine neue Spundwand. „Wir haben den Anwohnern vor drei Jahren versprochen, den Hochwasserschutz so schnell wie möglich zu verbessern“, sagt der Neu-Kalisser Bürgermeister. „Das haben wir gehalten und dabei die Anwohner von Anfang an mitgenommen.“ Dass diese sich nun sicherer fühlen, höre er in Gesprächen immer wieder. Im Sommer diesen Jahres hatten die Arbeiten für den neuen Heiddorfer Hochwasserschutz begonnen.

Herzstück ist eine rund 700 Meter lange Spundwand entlang der B 191. Von der Einmündung des Heiddorfer Deiches bis hin zum Netto-Markt sind bereits Stahlspundbohlen 7,50 Meter tief in den Boden gerammt worden. „Darüber kommt ein Betonholm, der abschließend verkleidet wird“, erklärt Bauleiter Felix Bujak vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Westmecklenburg. „Dieser erhält eine anthrazitfarbene Anti-Graffiti-Beschichtung.“

Sandsäcke verhinderten 2013 die Überflutung. Foto. stalu
Sandsäcke verhinderten 2013 die Überflutung. Foto. stalu Foto: Stalu
 

Die neue Schutzanlage wird eine Höhe von 18,15 Meter über Normalhöhennull haben, was einem Wasserstand von 7,50 Metern am Pegel Dömitz entspricht. Zusätzlich ist ein Freibord von rund 20 Zentimetern eingerechnet, also ein Sicherheitsabstand zwischen dem Wasserspiegel und der Oberkante der Schutzwand. Damit ist die Anlage 50 Zentimeter höher als der Rekordpegel von 2013, der 7,21 Meter betrug. Errechnet wurde diese Höhe mithilfe eines 2D-Modells des Bemessungshochwassers von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz. „Die Zahlen aus Koblenz müssen wir als Bauherren annehmen und so einplanen“, so Felix Bujak.

Auch der Radweg, der 2013 zerstört worden war, wird neben der Schutzwand neu gebaut. Darüber hinaus wurde auch die 255 Meter lange Notverwallung am Netto-Markt, die während des Rekordhochwassers provisorisch aufgeschüttet worden war, durch eine Spundwand aus Stahl verstärkt und mit Wasserbausteinen verkleidet. Auf der Verwallung werde ein Gehweg entstehen, so dass die Spundwand komplett im Boden verschwindet, so Felix Bujak. An der B 191 wird die Schutzanlage dagegen rund 70 Zentimeter aus dem Boden ragen.

Die Baukosten für die neuen Hochwasserschutzanlagen in Heiddorf belaufen sich auf insgesamt rund 1,4  Millionen Euro. Diese Summe stammt zu 75 Prozent aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler). Die restlichen 25 Prozent setzen sich aus Bundes- und Landesmitteln zusammen.

Derzeit laufen in Heiddorf die Schweißarbeiten an den Spundbohlen. Außerdem wird die Wand Stück für Stück verkleidet. „Wir wollen bis spätestens Ende April 2017 fertig sein. Aber da muss natürlich auch das Wetter mitspielen“, so Felix Bujak.

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