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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 00:51 Uhr

Hochwasserhilfe statt Sommerfest

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2013 | 07:20 Uhr

Neustadt-Glewe | Saftige Steaks und Bratwurst grillen, dazu Orangensaft oder Bier. Und vor allem viel Spaß. Wie jedes Jahr hatte die Dockweiler AG in Neustadt-Glewe auch für 2013 wieder ihr Sommerfest geplant. Doch die Feier fällt in diesem Jahr aus. Statt Party zu feiern wird jetzt für Flutopfer gespendet. Vorstand Elizabeth Herrmann: "Unser Sommerfest sollte am 9. August in der Neustädter Wiesenmeisterei statt finden. Dafür standen 10 000 Euro zur Verfügung."

Die Dockweiler AG in Neustadt-Glewe hat insgesamt 150 Mitarbeiter, stellt Edelstahlrohrsysteme unter anderem für die Pharmazie- und Halbleiterindustrie her. Elizabeth Herrmann: "Noch während der Flut regten Mitarbeiter unserer Firma an, auf das Sommerfest zu verzichten und das so eingesparte Geld lieber Flutopfern zu spenden." Ein Kollege startete daraufhin eine Umfrage unter der Belegschaft. 130 Mitarbeiter nahmen daran teil. Ergebnis: 98 sprachen sich für die Spende und 32 für das Sommerfest aus.

Deshalb werden nun die für das Sommerfest eingeplanten 10 000 Euro gespendet. Schon zuvor hatte die Geschäftsführung beschlossen, dass die Dockweiler AG 5000 Euro spenden wird. So kommen nun insgesamt 15 000 Euro Fluthilfe zusammen. Elizabeth Herrmann sagt: "An wen diese Spende konkret gehen soll, steht noch nicht fest. Unsere Mitarbeiter hatten sich für einen Verbleib des Geldes in der Region ausgesprochen. Da es hier aber keine Projekte gibt, wird die Summe wohl an die ,Aktion Deutschland hilft’ der ARD gehen."

Viele Mitarbeiter von Dockweiler waren selbst in irgendeiner Form von dem Hochwasser in den vergangenen Wochen betroffen. Sie stabilisierten als freiwillige Helfer Deiche, füllten Sandsäcke oder waren als Feuerwehrleute im Einsatz. "Die unmittelbare Anregung zur Spende kam von den Beschäftigten, nachdem zwei Mitarbeiter um ihre Häuser in Neu Kaliß bangen mussten", sagt Elizabeth Herrmann, "und dort halfen, auszuräumen und Sandsäcke zu füllen. Die Häuser beider Familien konnten zum Glück gerettet werden."

Die Sommerfeste waren in den vergangenen Jahren stets ein ganz besonderer Höhepunkt im Unternehmen. Auch deshalb, weil es keine Weihnachtsfeiern gibt. Auf die wird verzichtet, weil die Mitarbeiter in der Vorweihnachtszeit meist im Stress sind: Einkäufe erledigen, Veranstaltungen in den heimatlichen Gemeinden, wie zum Beispiel in der freiwilligen Feuerwehr, im Kindergarten oder der Schule. Klar, dass sich da jeder auf das Sommerfest freut. Elizabeth Herrmann: "Wir haben es jährlich veranstaltet oder auch gemeinsame Ausflüge organisiert wie zum Beispiel nach Hamburg und in den Bundestag nach Berlin. Der Verzicht auf das diesjährige Sommerfest durch unsere Mitarbeiter ist deshalb umso höher einzuschätzen und eine ganz tolle Sache."

Immerhin bleibt ja auch die Vorfreude auf das kommende Jahr, für das ganz bestimmt wieder ein zünftiges Fest eingeplant wird und dann auch veranstaltet werden kann.

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