Dömitz-Info geschlossen : Hochsaison ohne Gäste-Info

Hinter dieser Tür tut sich derzeit nichts.
Hinter dieser Tür tut sich derzeit nichts.

Dömitz-Information seit April geschlossen / Finanzielle Situation der Stadt erschwert Neubesetzung / Verein als Träger im Gespräch

von
25. Juni 2016, 05:00 Uhr

Auf dem Elberadweg läuft die Hochsaison, doch die reguläre Dömitz-Info im Rathaus ist dicht. „Vorübergehend geschlossen“ steht auf einem weißen A  4-Blatt, zusammen mit dem Hinweis, dass es auf der Festung Informationen gebe. Trotzdem gehören nach Aussage von Martin Larsen scheinbar planlos umherfahrende Touristen derzeit zum Stadtbild. Einige davon landen in seinem Musik-Café. „Die meisten wollen dann wissen, wo die Festung ist.“

Nachdem die langjährige Stadtinfo-Mitarbeiterin Marina Möller Ende März in den Ruhestand gegangen war, hatte Larsen noch versucht, die Lücke auszufüllen. Er stellte vor seinem Café ein Schild „Stadtinfo“ auf und wollte die Gäste mit Informationen und Materialen versorgen. Wenig später stellte er den Service wieder ein, „weil es seitens der Stadt keine Unterstützung gab, keine Prospekte oder ähnliches“. „Touristen haben hier keine Lobby“, findet der Unternehmer.

Das Problem bei der Dömitz-Info: Die Stadt hat finanzielle Schwierigkeiten, befindet sich in der Haushaltskonsolidierung. „Damit müssen frei werdende Stellen konsequent gestrichen und die Posten aus dem vorhandenen Personalbestand besetzt werden“, erklärt Bürgermeister Helmut Bode. Doch das sei in diesem Fall nicht machbar. Um für die Stadt-Info dennoch eine neue Mitarbeiterin einstellen zu können, benötige man die Genehmigung der Kommunalaufsicht. „Wir müssen beweisen, dass eine Stadt wie unsere eine Stadt-Info braucht“, so Bode auf einer Stadtvertretersitzung.

Die Kommunalaufsicht ist nicht generell abgeneigt. „Wenn wir die Notwendigkeit auch sehen, dann ist es möglich, die Stelle zu besetzen“, erklärt deren Leiter Christopher Pöschke gegenüber SVZ. „Aber wir warten auf ein schlüssiges Konzept. Das Problem besteht ja seit Längerem, dann muss man auch mal in die Puschen kommen.“

Ein Konzept ist nach Aussage von Helmut Bode in dieser Woche an den Landkreis geschickt worden. Demnach solle ein zu gründender Verein die Trägerschaft über die Stadt-Info übernehmen. „Wir wollen jetzt für ein Jahr eine Fachkraft für 40 Wochenstunden einstellen, die die Dömitz-Information führt, gleichzeitig den Verein aufbaut und künftig dessen Geschäftsführer wird“, so Helmut Bode. Damit will man auf Beschluss der Stadtvertretung dem Modell des Lübzer Land e.V. folgen, zu dem die Dömitzer bereits Kontakt aufgenommen haben. Er hat dort nicht nur die Touristen-Info in seine Trägerschaft übernommen, sondern auch Museen und die Bibliothek. „Das könnten wir uns auch vorstellen“, so Bode. Er hofft, dass die Stelle schnell genehmigt und besetzt werden kann.

Das wünscht sich auch Veronika Steffen von der Radlerpension Dömitz. „Wir sind ganz traurig, dass Frau Möller weg ist. Die Kooperation zwischen ihr und den Hotels und Pensionen war vom Feinsten.“ Da ein Teil ihrer Gäste über die Stadtinfo in ihre Pension direkt hinter dem Rathaus fand, bekomme sie ihr Fehlen direkt zu spüren. Zudem rufen viele Interessenten bei ihr an, die Touren in der Region planen wollen. Veronika Steffen würde auch wieder einen Obolus zur Dömitz-Info beitragen wollen. „Früher haben wir pro Bett und Jahr zehn Euro dafür gezahlt“, so die Pensionsbetreiberin. „Das würden wir auch wieder tun.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen