Ludwigslust : Hits, Hosen und helfende Hände

Schülerinnen aus Picher überbrachten ihre Spenden.
Schülerinnen aus Picher überbrachten ihre Spenden.

Menschen zwischen Ludwigslust und Dömitz wollen mit unterschiedlichsten Initiativen Flüchtlingen helfen

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15. September 2015, 07:00 Uhr

Die Bilder von den Flüchtlingsströmen nach Deutschland lassen viele Bewohner der Region nicht kalt. Sie wollen irgendwie helfen. Auch Gerlinde Zimmermann geht es so. Die Wöbbelinerin organisiert gemeinsam mit Diakon Christophorus Baumert von der katholischen Kirchengemeinde Dömitz ein Benefizkonzert, dessen Erlös Flüchtlingen zugute kommen soll.

Das Konzert findet am Sonnabend, dem 19. September, in der katholischen Kirche in Dömitz statt. „Wir sehen derzeit die Menschen, die zu uns strömen, um etwas Neues zu beginnen und Frieden zu finden“, sagt die Wöbbelinerin. „Mit dem Konzert möchten wir Familien, die hier bleiben dürfen, Unterstützung zuteil werden lassen.“

Für ihr Vorhaben hat Gerlinde Zimmermann weitere Mitstreiter gewinnen können. Den Musikhof Alt Jabel und Bauchredner Eddy Steinfatt etwa. Außerdem werden Schüler der Grundschule Wöbbelin ein Musical aufführen, und Gerlinde Zimmermann selbst wird nicht nur moderieren, sondern auch Volkslieder und Evergreens singen. Die vielseitige Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. „Der Eintritt ist frei. Stattdessen bitten wir um Spenden“, so Gerlinde Zimmermann.

Helferkreis in Ludwigslust

Das Konzert ist eine von vielen Initiativen für Flüchtlinge in der Region. In Ludwigslust wird ein ehrenamtlicher Helferkreis von evangelischer und katholischer Kirchengemeinde aufgebaut, der Hilfebedarf und Hilfsangebote unterschiedlichster Art koordinieren soll. Dazu ist ein E-Mail-Verteiler geplant, dem all jene Menschen angehören, die helfen wollen. „Hilfsorganisationen, Beratungsstellen und Institutionen, die Flüchtlinge betreuen, können sich an den Helferkreis wenden, wenn sie eine bestimmte Form von Unterstützung benötigen“, erklärt Pastorin Katharina Lotz von der evangelisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde. „Wir schicken die Anfrage dann an alle registrierten Mail-Adressen, und wer die benötigte Hilfe geben kann, meldet sich.“ Das können Matratzen, Bettdecken, Kinderkleidung oder Spielzeug genauso sein wie eine Hausaufgabenhilfe für Flüchtlinge oder ein Sprachkurs. Wer helfen möchte, kann sich über Katharina Lotz (ludwigslust-stadtkirche@elkm.de) in den Mail-Verteiler aufnehmen lassen.

Im Awo-Ausländerberatungsbüro in Ludwigslust haben sich auch schon Bewohner der Region gemeldet, die eine Patenschaft über eine Flüchtlingsfamilie übernehmen würden. Das solle auch über den Helferkreis koordiniert werden, so Kerstin Finger vom Ausländerberatungsbüro. Im Büro selbst können sich Frauen und Männer melden, die ehrenamtlich mit den Flüchtlingen bzw. für sie arbeiten möchten. Es befindet sich in der Seminarstraße 1a und ist per Mail unter auslaenderberatung@awo-ludwigslust.de zu erreichen.

Ehrenamt in Malliß

In der Gemeinde Malliß ist konkrete Hilfe längst angelaufen. „Wir suchen aber weiterhin Leute, die zum Beispiel mit den Flüchtlingen Ausflüge machen, mit den Kindern an Fahrrädern herumschrauben oder Fahrten, zum Beispiel zum Arzt, übernehmen würden“, erklärt die Conower Pastorin Dörte Hasenpusch. Im Gottesdienst hatte sie zum ehrenamtlichen Engagement aufgerufen. Aber auch Sachspenden werden benötigt. „Winterkleidung und Schuhe, vor allem für Jugendliche, sind derzeit besonders wichtig“, erklärt Bürgermeister Volker Sielaff. Einige der Flüchtlinge, die in der Gemeinde untergekommen sind, seien auf Badelatschen unterwegs. Spenden nimmt Volker Sielaff dienstags in der Zeit von 17 bis 18 Uhr während seiner Sprechstunde im Feuerwehrgerätehaus Malliß entgegen. Wer praktische Hilfe anbieten kann, meldet sich bei Dörte Hasenpusch (Telefon 038750 20447 oder per Mail an conow@elkm.de).

Schüler spenden Kleidung

Bereits gespendet haben Schüler der Regionalschule Picher. Nach Gesprächen über das Thema Asylbewerber und Flüchtlinge im Unterricht hatten Mädchen und Jungen der Klasse 9 a eine Spendensammlung initiiert. Sie trugen Kleidung, Kuscheltiere, Bettwäsche und anderes mehr für die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern zusammen, wie Antonia Hoffmann und  Johanna Marleen Quast berichten. Dann besuchten Schüler die Unterkunft der Flüchtlinge in Hagenow und brachten die Spenden persönlich vorbei.

Bibliothek sammelt Bilderbücher

Die Ludwigsluster Bibliothek hat aufgerufen, Bilderbücher zu spenden. „Fast alle Flüchtlinge sind der deutschen Sprache nicht mächtig“, erklärt Anke Ballhorn. „Bilderbücher überwinden diese Sprachbarriere, indem sie die Geschichte in bunten Bildern erzählen.“ Die Bibliothek nimmt die Bücher zu den Öffnungszeiten (Montag und Donnerstag 13.30 bis 17 Uhr, Dienstag und Freitag 10 bis 12 Uhr und 13.30 bis 18 Uhr) entgegen und leitet sie an Flüchtlingsfamilien mit Kindern weiter.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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