wöbbelin : „Hingucken und Einmischen!“

Das Heftchen für die Tasche bietet Infos.  Fotos: Uwe Köhnke
Das Heftchen für die Tasche bietet Infos. Fotos: Uwe Köhnke

Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin fördert neues Projekt gegen Rechtsextremismus in Mahn-und Gedenkstätten Wöbbelin

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11. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Ein neues Projekt in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin ist am Mittwoch ins Leben gerufen worden. Die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin fördert es in den nächsten drei Jahren mit rund 70 000 Euro. Schmucke T-Shirts sind Erkennungszeichen des Projekts.

Das Projekt der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin mit dem Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim „Hingucken und Einmischen – Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im öffentlichen Raum“ geht über die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hinaus. Es werden Themen, wie Diktatur und Demokratie diskutiert sowie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen thematisiert. Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin bieten im Rahmen des Projektes verschiedene Veranstaltungen für Schüler, Multiplikatoren und Eltern an.

Hintergrund sei die Erkenntnis, dass der öffentliche Raum zunehmend an Bedeutung gewinne, wenn es um das Werben der rechtsextremen Szene um Sympathisanten, insbesondere unter Kindern und Jugendlichen gehe, so Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Ein kleines Heft informiert nicht nur über Nazi-Symbolik, sondern vermittelt gleichzeitg Kontaktadressen von Organisationen, die sich für demokratisches Miteinander engagieren.

Maximal 24 Workshops im Jahr sind geplant, auf denen die Thematik Rechtsextremismus in den unterschiedlichsten Facetten zum Thema gemacht wird. In den letzten Jahren ist in Wöbbelin ein enges Netzwerk aufgebaut worden. 30 Schulen im Landkreis gehören dazu. 1300 Kinder und Jugendliche haben im vergangenen Jahr die Mahn- und Gedenkstätten besucht. Ramona Ramsenthaler nennt aber dennoch eine Zielgruppe, die damit bisher nicht erfasst ist – die Eltern. Es sei zu erkennen, dass sich rechtes Gedankengut zunehmend in der Gruppe der über 40-Jährigen ausbreite, so die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten. Es gelte der um sich greifenden Meinung entgegenzutreten, dass auch mal Schluss sein müsse mit der Auseinandersetzung um die nationalsozialistische Geschichte und ihre Folgen in Deutschland. Ein Aspekt, der in Elternseminaren eine Rolle spielen wird. Ein anderer sind die praktischen Aspekte, Auseinandersetzung mit rechtsextremem Gedankengut im Alltag zu üben.

Zu den potenziellen Projektpartnern zählt auch das Ludwigsluster Luna-Filmtheater. Hier soll es im kommenden Jahr den Film „Im Labyrinth des Schweigens“ geben, der die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit in der Bundesrepublik der Nachkriegsjahre zum Inhalt hat.

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