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Grabow : Hilfe von den Großen auch in Mathe

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neuntklässler absolvieren ihr Praktikum an der Grabower Grundschule „Eldekinder“ und bekommen Einblicke in den Lehrerberuf

„Es ist schon anstrengend und viel lauter als damals bei uns“, sagt Gina Ottoberg. „Aber es macht Spaß.“ Seit gut einer Woche arbeitet die Gymnasiastin an der Grundschule „Eldekinder“ in Grabow. „Ich weiß noch nicht genau, was ich werden möchte. Jetzt probiere ich es mal an der Grundschule.“

Gina ist derzeit nicht die einzige Praktikantin bei den „Eldekindern“. Insgesamt sechs Neuntklässler vom Goethe-Gymnasium Ludwigslust testen dort das Lehrer-Leben. An einem Tag waren es sogar acht. Da waren noch Lukas Reichert und Lara Reb von der Regionalschule „Friedrich Rohr“ mit dabei, die in den vergangenen Monaten ihren wöchentlichen Praxislerntag an der Grundschule verbrachten.

So viele Praktikanten auf einen Schlag klingt nach einer großen organisatorischen Herausforderung. Doch Andrea Fuhrmann winkt ab. „Nicht wenn die Kollegen bereit sind, Praktikanten aufzunehmen“, sagt die Schulleiterin. „Wir sind doch an pädagogischem Nachwuchs interessiert. Da müssen wir ihm doch die Gelegenheit geben, es auszuprobieren.“ Wenn man Lust dazu hat, sei das auch keine Herausforderung.

Während Lara ein ganzes Jahr lang immer mittwochs an der Seite der Schulsozialarbeiterin gearbeitet hatte, war Lukas erst seit einem halben Jahr dabei. Vorher hatte der Neuntklässler in einem Baubetrieb gearbeitet. „Aber an der Grundschule gefällt es mir besser“, erzählt er. „Für mich ist es tatsächlich eine Option, beruflich in diese Richtung zu gehen.“ Dass er für das Lehrer-Studium das Abitur benötigt, ist für Lukas keine Hürde. „Für mich war sowieso klar, dass ich nach der zehnten Klasse auf das Fachgymnasium gehe.“

Die Neuntklässler vom Gymnasium verbringen ihr zweiwöchiges Praktikum in jeweils einer Klasse. Sie fahren mit ihren Schülern zum Wandertag, sind in den Pausen für sie da und begleiten den Unterricht. „Schülern, die mit bestimmten Matheaufgaben nicht klarkamen, habe ich es im Nebenraum noch einmal erklärt“, erzählt Bruno Thienelt. „Es ist gar nicht so einfach, kleinen Kindern etwas zu erklären, was für mich selbst ganz logisch ist.“ Da brauche man viel Geduld.

Amelie Bradke war mit allen zweiten Klassen auf Wandertag ins Storchendorf Rühstädt. „Das war gar nicht mal so anstrengend, sondern hat Spaß gemacht“, sagt sie.

Für die meisten Praktikanten ist die Grundschule „Eldekinder“ kein Neuland. Sie gingen dort selbst zur Schule. Und Melina Alff kam tatsächlich zu ihrer damaligen Grundschullehrerin. „Es ist spannend, das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. “ Und Lehrerin Stefanie Domke gefällt es auch. „Melina ist eine gute Ansprechpartnerin für die Kinder, auch in den Pausen. Und natürlich ist es immer wieder schön, alte Bekannte wiederzusehen.“

Aline findet es in ihrer ersten Klasse sehr gut. „Da sind alle noch so lieb und nett und finden den Unterricht gut“, sagt die Gymnasiastin. „Sie drücken einen die ganze Zeit.“ Nach der Schule möchte Aline ein Au-Pair-Jahr und dann vielleicht auch beruflich etwas mit Kindern machen. „Ich mag Kinder.“ Und das ist für Andrea Fuhrmann eine wichtige Voraussetzung für den Lehrerberuf. „Freude daran zu haben, mit Kindern zusammen etwas zu machen, ist wichtiger als Abiturnoten“, sagt die Schulleiterin. Allein in diesem Schuljahr ließ sie 27 Praktikanten in den Beruf hineinschnuppern. Vielleicht kehrt der eine oder andere irgendwann als Grundschullehrer zurück…

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