AWO Ludwigslust : Hilfe für Familien, die zu wenig haben

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AWO-Familienbetreuung: Fast 90 Prozent der Haushalte beziehen Hartz IV

svz.de von
26. November 2015, 00:34 Uhr

Am Monatsende ist einfach nichts mehr drin. Oft muss Ute Marzik den Satz in diesen Tagen hören. Die Familienhelferin der AWO trifft täglich auf Eltern, die ihren Kindern gern zur Weihnachtszeit etwas bieten möchten. Doch gerade jetzt, wo überall die Weihnachtsmärkte öffnen, müssen sich viele so sehr einschränken.“ Zuckerwatte, ein Herz aus Lebkuchen oder noch eine zweite Runde auf dem Karussell - das sei schlichtweg einfach nicht möglich.

Neunzig Prozent der etwa 80 Familien, die vom Kinder- und Jugendhilfezentrum der AWO Ludwigslust betreut werden, leben von Hartz IV. Darunter sind viele alleinerziehende Mütter, aber auch Elternpaare, die trotz Beschäftigung noch auf Aufstockung angewiesen sind. „Wir erleben Fälle, da arbeitet die Mutter auf 400- Euro-Basis und der Vater im Schichtsystem - und trotzdem reicht das Geld zum Leben nicht“, so Ute Marzik. Gemeinsam mit neun anderen Familienhelfern betreut sie Familien zwischen Ludwigslust, Rastow, Zarrentin, Dömitz und Möllenbeck. „Wir erstellen gemeinsam einen Hilfeplan, stecken uns Ziele und gucken nach einem halben Jahr, was wir gemeinsam erreicht haben.“

Hilfe zur Selbsthilfe - darum geht es, sagt Uwe Wittig, der Leiter des Kinder und Jugendhilfezentrums der AWO. Auch er ist als Familienhelfer unterwegs und erlebt, mit wie wenig Geld die Familien im Monat auskommen müssen. Die Aktion der SVZ freut ihn: „Ich finde es schön, dass gerade in der Weihnachtszeit auch an die Kinder gedacht wird, deren Eltern ihnen nicht alle Wünsche erfüllen können“, sagt er. „Die Päckchen werden sicher eine schöne Überraschung sein.“ Bausteine, Malstifte, Puppen und Spielzeugautos kommen immer gut an. „Schön wären aber auch kreative und persönliche Geschenke“, sagt Ute Marzik. Ein Kinogutschein, ein Wertbon für die Eisdiele, ein Gutschein für den Besuch im Zoo oder eine Zehner-Karte für das Grabower Waldbad oder das Strandbad in Neustadt-Glewe kommen bei den Kleinen ganz sicher gut an, so Ute Marzik. Aus Erfahrung weiß sie, wie sehr sich die Kinder über gemeinsame Erlebnisse freuen. Über das Ferienlager der AWO zum Beispiel. Dafür würden die Familien bereits im Januar anfangen zu sparen. Sie legen jeden Monat fünf Euro zurück, damit sie im Sommer den Eigenanteil bezahlen können.

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