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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 06:47 Uhr

Ludwigslust : Hilfe für ehrenamtliche Helfer

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Betreuungsverein Südwest Mecklenburg berät ehrenamtliche Betreuer – aber auch andere Bürger zu Vollmacht oder Patientenverfügung

svz.de von
erstellt am 02.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Immer mehr Menschen können – aus unterschiedlichen Gründen – ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln. Sie benötigen einen Betreuer, der sie unterstützt. Findet das Amtsgericht in der Familie des Betroffenen niemanden, der diese Aufgabe übernehmen kann, wird in vielen Fällen ein ehrenamtlicher Betreuer vom Betreuungsverein Südwest Mecklenburg e.V. bestellt. Um ihnen auch in der Ludwigsluster Region zur Seite zu stehen, kommt Christine Lübbe, seit 2002 Geschäftsführerin des Vereins, einmal im Monat zur Sprechstunde in die Lindenstadt. Sie bietet im Zebef aber auch Beratung für alle anderen Bürger an. Zum Beispiel zu den Themen Vollmacht und Patientenverfügung.

Der Betreuungsverein, der sein Büro in Hagenow hat, hat derzeit sechs Mitarbeiter – Berufsbetreuer. Sie sind für den Altkreis Ludwigslust zuständig und realisieren aktuell rund 200 Betreuungen. „Viel zu viele, eigentlich müssten wir runterfahren“, gesteht Christine Lübbe. Umso glücklicher ist sie deshalb über das Engagement der vielen ehrenamtlichen Betreuer.

Jeder Volljährige, der aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung hilfsbedürftig ist und seine Angelegenheiten nicht mehr selbst erledigen kann, benötigt laut Betreuungsgesetz einen Betreuer. Hat der Betroffene rechtzeitig eine Vollmacht erteilt, kann die ausgewählte Person sich um alles kümmern. „In den meisten Fällen ist es jedoch so, dass keine Vollmacht erteilt wurde und dann bekommt man einen Betreuer vom Amtsgericht zugewiesen“, erklärte Christine Lübbe. „Ich empfehle deshalb jedem, mit dem 18. Lebensjahr eine Vollmacht zu erteilen. Dabei muss es nicht immer eine Person aus der Familie sein. Dass Vertrauen da ist, ist am wichtigsten.“

Die ehrenamtlichen Betreuer des Vereins sind Rentner und Berufstätige. „Ich bewundere es, dass sich Menschen so für andere einsetzen und ihre Hilfe anbieten, teilweise sogar neben einem regulären Vollzeitjob“, sagt die Vereinschefin. Damit die Helfenden auch unter guten Bedingungen arbeiten können, ist dem Verein der Austausch und die Unterstützung sehr wichtig. „Als ehrenamtlicher Betreuer muss man Anträge und Vermögensverzeichnisse für den Betreuten ausfüllen und die eigene Rechnungslegung beim Amtsgericht einreichen. Das ist oft sehr viel Papierarbeit und Bürokratie“, so Christine Lübbe. In den Sprechstunden sei es aber manchmal auch einfach nur wichtig, sich über den Betreuungsfall auszutauschen und mit jemandem reden zu können. „Viele Betreuer haben das Gefühl, sie müssten 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche verfügbar sein. Da kann ein Gespräch helfen, sie etwas zu beruhigen“, erklärt Christine Lübbe. Sie selbst geht zum Yoga und treibt viel Sport, um einen Ausgleich zum Job zu finden.

Trotz der vielen Betreuungen, langen Arbeitstage und bürokratischem Aufwand arbeitet Christine Lübbe gerne als Berufsbetreuerin. „Jeder Tag und jeder Fall sind anders, dadurch bleibt die Arbeit abwechslungsreich. Und von vielen Betreuten bekommt man ja auch etwas zurück.“ Damit auch den ehrenamtlichen Betreuern die Arbeit weiterhin Freude bereitet, bietet der Verein Sprechstunden an: In Neustadt-Glewe am zweiten Mittwoch im Monat, 14 bis 16 Uhr, in der Begegnungsstätte und in Ludwigslust am letzten Freitag im Monat von 9 bis 11 Uhr im Zebef. „Denn wir sind keine Einzelkämpfer“, bekräftigt Christine Lübbe.

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