zur Navigation springen

Ludwigsluster Glockentürme : Hier wächst schon das Moos

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigsluster Glockentürme sollen saniert werden. Feuchtigkeit hat Mauerwerk und Balken marode gemacht

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Bröckelndes Mauerwerk, das zudem mit Moos bewachsen ist, morsche Balken, defekte Luken – die Glockentürme in Ludwigslust müssen dringend saniert werden, wie Küster Thomas Konradt von der evangelisch-lutherischen Stadtkirche sagt. „Nachdem unser Gotteshaus in den vergangenen Jahren saniert wurde, ist es nun Zeit, die beiden Glockentürme auf Vordermann zu bringen“, so der Küster.

Die 1791/92 errichteten Türme gehören zwar zur evangelisch-lutherischen Stadtkirche, stehen aber in einiger Entfernung zu dieser. Thomas Konradt: „Die Kirche war über zehn Jahre zuvor erbaut worden, allerdings ohne Glockenturm. Der Herzog hatte nämlich unheimliche Angst, dass ein Blitz in einen solchen Turm einschlagen könnte und die Kirche dann abbrennen würde. Deshalb wollte er, dass die Türme in sicherer Entfernung errichtet werden.“

Die Glockentürme wurden Ende des 18.Jahrhundert gebaut.
Die Glockentürme wurden Ende des 18.Jahrhundert gebaut. Foto: Münchow

Das Ludwigsluster Büro Kaschig+Schilling Architekten und Ingenieure hat im Auftrag der Kirche inzwischen ein Sanierungskonzept für die Glockentürme und das integrierte Friedhofstor erarbeitet. „Dieses Konzept ist die Grundlage für die geplanten Bauarbeiten“, so Thomas Konradt. Die aber werden vermutlich erst später beginnen. Denn zunächst müssen noch die entsprechenden Anträge gestellt werden, unter anderem auch beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege MV.

Und: Die Baumaßnahme muss finanziell abgesichert sein. Wie Küster Thomas Konradt betont, hofft man hier auch auf die Unterstützung durch Stiftungen und Spender. Letztere können sich übrigens gerne in der Kirchengemeinde unter Tel. 03874 / 219  68 für weitere Informationen melden.

Die zu erwartende Sanierung wird umfassend sein. Thomas Konradt: „Die Feuchtigkeit hat Mauerwerk und Holz durchsetzt, überall ist Fäulnis drin.“ Das auch deshalb, weil die Türme pyramidenartig mit geneigten Wänden erbaut wurden und das Gemäuer dadurch dem Regenwasser besonders ausgesetzt ist. Dazu komme, so Thomas Konradt, dass die sogenannten Schallluken zum großen Teil kaputt sind. „Die Lamellen in den Luken sollen das Glockengeläut nach außen dämpfen. Allerdings sind diese Lamellen entweder kaputt oder fehlen bereits völlig. Auch hier dringt also Wasser ins Innere“, sagt der Küster. Und dass nicht erst seit einigen Jahren. Thomas Konradt: „Meines Wissens hat es nie eine umfassende Sanierung der Glockentürme gegeben.“

Schwerpunkt der Baumaßnahmen, so heißt es in eingangs erwähntem Sanierungskonzept des Büros Kaschig+Schilling, solle sein, das „Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit durch bauliche Schutzmaßnahmen zu verhindern und eine Austrocknung sowie Belüftung zu fördern“.

Trotz aller derzeitigen baulichen Probleme läuten die Glocken immer noch regelmäßig: anlässlich kirchlicher Trauungen und Beerdigungen ebenso wie zu Taufen oder sonnabends von 17 bis 17.10 Uhr. „Dann wird das Wochenende eingeläutet“, so Thomas Konradt. Und natürlich läuten die Glocken auch am Sonntag zum Gottesdienst – und das gleich zweimal: ab 9.20 Uhr und dann unmittelbar vor dem Gottesdienst um 9.50 Uhr. Küster Konradt mit einem Schmunzeln zur Frage, warum denn schon um 9.20 Uhr: „Da sage ich dann immer: ,Leute, werdet fertig mit dem Frühstück, damit ihr es rechtzeitig schafft zum Gottesdienst.’“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen