Wöbbelin : Hier schnappen sie einen Autodieb

Polizisten haben gerade den zweiten Verdächtigen gefasst und ihm Handschellen angelegt. Fotos: andreas münchow
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Polizisten haben gerade den zweiten Verdächtigen gefasst und ihm Handschellen angelegt. Fotos: Andreas Münchow

Großfahndung der Polizei am Mittwochvormittag zwischen Wöbbelin und Fahrbinde / Zwei Verdächtige gefasst

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08. April 2015, 19:00 Uhr

Einem Ganoven ging die Puste aus, sein Komplize hockte im Ginsterbusch. Nutzte ihm aber auch nichts. Denn der Polizeihubschrauber schwebte schon über ihm.

Dramatische Fahndung am Mittwochvormittag bei Wöbbelin. Bereitschaftspolizisten wollten zunächst am Morgen kurz nach 9 Uhr auf der B 106 bei Wöbbelin einen ihrem Fahrzeug entgegen kommenden Pkw kontrollieren. Grund: Den Beamten war aufgefallen, dass die beiden Insassen des VW Polo nicht angeschnallt waren. Die Polizisten wendeten ihren Wagen, fuhren hinter dem Polo her. Als dessen Fahrer die Polizei hinter sich bemerkte, gab er Vollgas.

Nach kurzer Verfolgung bog der VW Polo am Ortsrand von Wöbbelin ab, raste über einen holprigen Feldweg in den nahen Wald. An dessen Rand, mehrere hundert Meter von der B 106 entfernt, flüchteten die beiden Insassen zu Fuß weiter. Die Polizisten konnten einen 29-jährigen Mann nach einer rund einen Kilometer langen Verfolgung quer durch den Wald fassen. Offenbar hatten die Beamten den längeren Atem. Der zweite Flüchtige entkam zunächst.

Polizeisprecher Klaus Wiechmann: „Sofort eilten mehrere Streifenwagen nach Wöbbelin und Umgebung. Insgesamt beteiligten sich etwa 20 Beamte der Bereitschaftspolizei, des Polizeihauptreviers Ludwigslust, und des Autobahn- und Verkehrspolizeireviers Stolpe an der Suche. Dazu kamen drei Fährtenhunde und ein Polizeihubschrauber. Auch der Kriminaldauerdienst war vor Ort.“

Die Überprüfung des VW hatte inzwischen ergeben, dass der Pkw am frühen Dienstagmorgen aus einer Autowerkstatt in Plön (Schleswig-Holstein) gestohlen worden war.

Die waldreiche Gegend um Wöbbelin machte die Suche nach dem zweiten Verdächtigen nicht einfach. Es konnte auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Gesuchte per Anhalter entkommt. Entsprechende Warnungen gingen an die Öffentlichkeit. Von einem Autofahrer kam schließlich kurz nach 11 Uhr per Notruf 110 ein wichtiger Hinweis. Er hatte gesehen, wie ein Mann über die A 24 gelaufen war.

Die Polizei konzentrierte ihre Suche nun auf einen relativ kleinen Waldstreifen zwischen der B 106 und der A 14 bei Fahrbinde. Das Gelände wurde umstellt, während der Polizeihubschrauber unmittelbar darüber schwebte. Dessen Besatzung entdeckte den Flüchtigen schließlich, der in einem Busch kauerte. Herbei gerufene Beamte, darunter jene Bereitschaftspolizisten aus Schwerin, die bereits morgens den flüchtigen VW Polo verfolgt hatten, nahmen den 21-Jährigen fest. Er leistete keinen Widerstand.

Auf SVZ-Anfrage bestätigte die Polizei am Nachmittag, dass es sich bei den Festgenommenen um zwei Rumänen handelte. In dem gestohlenen VW Polo fanden die Ermittler typische Einbruchswerkzeuge, dazu Funkgeräte.

Die Polizei untersucht jetzt, ob die beiden Männer, die sich auch am Mittwochabend in Polizeigewahrsam befanden, für Einbrüche in der Vergangenheit in Frage kommen. Nicht auszuschließen ist auch, dass die Verdächtigen gerade auf dem Weg waren, Straftaten zu begehen. Polizeisprecher Klaus Wiechmann dazu: „Weiteres müssen die laufenden Ermittlungen ergeben.“

Interessant übrigens auch dieser Fakt: Die Bereitschaftspolizisten, die am Morgen als erste „Kontakt“ mit den Ganoven hatten, waren nicht zufällig in der Gegend unterwegs. Die Polizei hat angesichts von Wohnungseinbrüchen in der Region zusätzliche Kräfte eingesetzt, die unter anderem verdächtige Fahrzeuge kontrollieren sollen. Dazu gehören auch Beamte der Bereitschaftspolizei.

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