Alt Jabel : Hier reitet Aschgen durchs Camp

Sören reitet auf „Spiky“ durchs Camp, sicher geleitet von Nicole Hein (r.) und ihrer Helferin Emily.
Sören reitet auf „Spiky“ durchs Camp, sicher geleitet von Nicole Hein (r.) und ihrer Helferin Emily.

Auch in dieser Woche gibt es in Alt Jabel wieder Feriencamps: Für kleine Indianer und Angler

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13. August 2015, 07:00 Uhr

„Aschgen“ klettert aufs Pferd und nimmt die Zügel in die Hand. Dann trabt „Spiky“ mit dem Indianer auf dem Rücken davon. „Aschgen“ ist im bürgerlichen Leben Schüler, heißt Sören und nimmt derzeit am Indianercamp des Zebef in Alt Jabel teil. „Spiky“ ist ein Deutsches Reitpony und in Nicole’s Reitstall in Picher zu Hause. Am gestrigen Mittwoch besuchte Nicole Hein mit ihrem Pferd das Indianercamp, an dem in dieser Woche 16 Mädchen und Jungen teilnehmen. Weitere 20 Jungen sind im benachbarten Anglercamp, wo sie sich auf die Prüfung für den Erwerb des Angelscheins vorbereiten. Die steht am heutigen Donnerstag auf der Burg in Neustadt-Glewe auf dem Programm.

Doch zurück zu den Indianern. Die Kinder haben am Montag und Dienstag bereits fleißig gebastelt, vor allem natürlich am Indianer-Kopfschmuck. Auch Sörens Kopf zieren Federn. Er verrät, wie er auf seinen indianischen Namen kam: „Meine Lieblingsfarbe ist schwarz, mein Lieblingstier die Schlange. Die Worte vermischt, ergeben ,Aschgen’“. Kein Wunder, dass im Camp zum Beispiel auch der „Große Adler“ oder „Bison“ anzutreffen sind.

Die Woche wird für Indianerspiele ebenso genutzt, wie dafür, mehr über das Leben dieser Völker zu erfahren. Beispielsweise, wenn die BetreuerInnen Geschichten vorlesen. Eine der Betreuerinnen ist Nargiz Alieva. Die 25-Jährige stammt aus Aserbaidschan, kam aber bereits als Kind im Jahre 2002 mit ihrer Familie nach Ludwigslust. Nargiz spricht perfekt deutsch und weitere fünf Sprachen. „Im Asylbewerberheim damals waren Kinder wie ich. Sie kamen aus vielen Ländern, und so habe ich andere Sprachen gelernt“, berichtet Nargiz, die unter anderem auch englisch und türkisch spricht. „Zu Hause in der Familie sprechen wir auch viel russisch – und manchmal alles gemischt“, lacht Nargiz.

Sie hat sieben Jahre im Zebef Nachhilfeunterricht gegeben, war auch Geschäftsführerin der dortigen Schülerfirma. Zebef-Sozialpädagogin Petra Timm: „Als ich mich jetzt für das Feriencamp in Alt Jabel vorbereitete, dachte ich sofort an Nargiz, die uns hier als Betreuerin sehr helfen könnte.“ Nargiz studiert inzwischen in Augsburg Grundschullehramt, möchte später Kinder in Deutsch, Mathe und Kunst unterrichten. „Außerdem möchte ich Kindern von Migranten DaZ (Deutsch als Zweitsprache – d. R.) lehren“, blickt Nargiz voraus. Und sie sagt auch: „Am liebsten möchte ich im Norden arbeiten, denn ich mag die Ostsee, die Menschen.“

Übrigens gibt’s im Camp auch Indianerstämme, wie den der BetreuerInnen namens „VarNarChar“. Es sind die Anfangsbuchstaben der Namen von Vanessa Ziehm, Nargiz Alieva und Charleen Hatt. Warum die Namen ihrer Betreuer-Kollegen Marius Göttsching und Christian Apsel im Stammesnamen nicht enthalten sind, kommentiert Marius mit einem Schmunzeln so: „Da passten wohl keine Buchstaben mehr rein.“

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