Neustadt-glewe : Hier muss keiner Treppen steigen

 Fotos: Hennes (2)
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Besser wohnen im Alter: Wobau Neustadt-Glewe investiert in Fahrstuhl und barrierefreie Wohnungen für Senioren

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18. März 2015, 10:10 Uhr

Otto-Lilienthal-Straße Nummer 15: Für Wobau-Geschäftsführer Achim Jahnke ist das die Adresse der Zukunft. „Hier entsteht unser Prototyp für seniorengerechtes Wohnen“, sagt er. Jahnke steht in der Wohnung im ersten Stock. Früher war das eine Vier-Raum-Wohnung. Dort, wo das zweite Kinderzimmer war, klafft jetzt ein riesiges Loch für den Fahrstuhlschacht. Und dort, wo einst Eltern schliefen, werden die neuen Mieter bald großzügig baden und duschen können.

Noch ist die Wohnung eine Baustelle. An den Wänden hängen Tapetenreste, in der Küche kleben die alten Fliesen. Doch Jahnke hat nur noch den neuen Grundriss im Kopf: ohne die trennenden Gipskartonwände, mit einer hellen, fast zwei Meter längeren Küche und einem Badezimmer, vier Mal so groß wie das alte. „Die Abstände zu Wanne, Dusche und Waschbecken sind jeweils eineinhalb Meter. Damit man sich gut mit Rollator oder Rollstuhl bewegen kann“, sagt Jahnke. „Auch die Schwellen kommen alle weg und die Türen werden verbreitert“, sagt Jahnke. So wird aus der Vier-Raum-Wohnung eine senio-rengerechte Zweiraumwohnung. Groß, hell, mit Blick auf Kleingärten, Wald und Flugplatz. Für Mieter Rüdiger Mahnke ein Traum. Er musste nach einer Hüft-OP aus einem oberen Stockwerk ins Untergeschoss des Nachbaraufgangs ziehen. „Hätte ich gewusst, dass die Wobau hier einen Fahrstuhl baut und alles barrierefrei macht, dann wäre ich hier geblieben“, sagt er.

Für Wobau-Chef Jahnke ist der Umbau in der Lilienthal-straße nur der Anfang. „Wir müssen auf den demografischen Wandel reagieren. Immer öfter ziehen unsere älteren Mieter aus, weil sie keine Treppen mehr steigen können. Bevor wir alle verlieren, werden wir gegensteuern. Der Fahrstuhl ist da nur eine Maßnahme.“ 163000 Euro kostet der neue Fahrstuhl, 45000 Euro davon kommen vom Landesförderinstitut.

Schon Ende April soll der Fahrstuhl fahren. Auch zwei Aufgänge weiter, in der Nummer 18, wird ein Fahrstuhl in den Aufgang integriert werden. Dann überlegt auch Mieter Rüdiger Mahnke noch einmal aus dem Parterre zu ziehen. In eine Wohnung ganz nach oben. Mit Blick ins Grüne und in den Himmel mit den Fallschirmspringern.

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